Vechta - Ein Artikel im Magazin „Stern“ war der Auslöser. Frauen hatten darin vor knapp 30 Jahren berichtet, dass sie aus finanziellen Gründen abgetrieben haben. „So etwas kann doch in unserem reichen Deutschland nicht sein“, empörten sich Mechtild und Günter Welker. Und gründeten bald darauf die nach ihnen benannte Stiftung für junge Frauen und Familien in Not.

Mit einem Gottesdienst und Festakt hat die private Initiative des Ehepaares aus Quakenbrück nun im Vechtaer Antoniushaus das 25-jährige Jubiläum ihrer Stiftung gefeiert. Angesiedelt ist sie beim Landes-Caritasverband für Oldenburg mit Sitz in Vechta.

Seit Beginn wurden fast zwei Millionen Euro an Zinserträgen ausgeschüttet, würdigte Caritasdirektor Dr. Gerhard Tepe. Davon 1,1 Millionen für Einzelfallhilfen und 900 000 Euro für Projekte.

Die Summe und das jahrzehntelange Engagement waren Anlass für Tepe, Dr. Günter Welker die höchste Auszeichnung des Deutschen Caritasverbandes, die Lorenz-Werthmann-Medaille, zu überreichen. Damit ist Welker der erste Niedersachse, dem diese Ehrung zu Teil wurde und der achte Bürger in ganz Deutschland.

Welker, bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes sowie des päpstlichen Silvesterordens, habe das Stiftungswesen in Nord-Westdeutschland in mehr als zwei Jahrzehnten maßgeblich geprägt. „Sie waren Impulsgeber, Motor und Ideengeber für viele weitere Stiftungsgründungen, beispielsweise der Bürgerstiftung in Ihrer Heimatstadt Quakenbrück“, würdigte Tepe.

Dass die Eltern von fünf Kindern und Großeltern von 14 Enkeln Menschen in Not geholfen haben, wieder „Lebe-Meister“ zu werden, würdigte Dr. Marc Röbel (Katholische Akademie Stapelfeld) in seinem Festvortrag. Sie würden Mitbürger einladen, ebenfalls auf die „Klopfzeichen“ der Zeit zu hören und sie hineinnehmen in die „Sehschule der Caritas“, sagte er vor mehr als 80 Gästen.

Menschen moralisch nicht zu bewerten, in Situationen, in denen diese Kindern die angemessene Hilfe nicht geben könnten, dazu ermutigte Weihbischof Wilfried Theising in seiner Predigt. Umso wichtiger sei es, in solchen Situationen, „dass andere für sie eintreten“. Weitere Infos zur Welker-Stiftung gibt es beim Landes-Caritasverband, Manuela Wehage t   0 44 41/ 8 70 70.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland