VECHTA - Ein neun Jahre währender Prozess hat am Mittwoch, 28. August, im Konfererenzraum der Vechtaer Frauenhaftanstalt sein Ende gefunden. Für das Land Niedersachsen hat Justizminister Bernd Busemann (CDU) in seiner Eigenschaft als „Hausherr“ den Nutzungsvertrag für die Klosterkirche an der Marienstraße unterschrieben. Zu den weiteren Unterzeichnern zählten die evangelische Pfarrerin Hiltrud Warntjen sowie Offizialatsrat Leonhard Elsner, als Vertreter von Weihbischof Heinrich Timmerevers.
Oliver Weßels, der Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen, dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz, ohne den das Abkommen nicht realisierbar gewesen wäre. Busemann verwies darauf, dass nun „die Nutzung mit Würde und wie es dem Zuschnitt einer Kirche zuträglich sei, für die Zukunft“ verbindlich geregelt wäre. Darüber hinaus verwies er auf die Bedeutung der Anstaltsseelsorge für die soziale Betreuung von Gefangenen.
Die 1731 vollendete Klosterkirche gehörte bis zur Säkularisation zum früheren Franzikanerkonvent. Seit 1818 ist sie als in staatlichem Eigentum stehende „Simultankirche“ baulicher und organisatorischer Bestandteil der JVA, und dient der ev. Kirchengemeinde Vechta als Gotteshaus. Die Nutzungsrechte für religiöse und weltliche Zwecke waren jedoch bislang nicht vertraglich geregelt.
Seit einiger Zeit bemüht sich der „Förderverein Klosterkirche Vechta um den Erhalt und die Pflege des das Vechtaer Stadtbild prägenden Sakralbaus (die NWZ berichtete). Er soll in Zukunft mehr als Veranstaltungsraum, etwa mit Konzerten oder Kunstausstellungen für die Stadt Vechta, genutzt werden.
Dringend notwendige Restaurierungsarbeiten sowie die Installation einer modernen Heizunsganlage haben Experten in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Baumanagement eine Million Euro veranschlagt. Neben den Bemühungen um den Fortbestand des vom Zahn der Zeit gezeichneten Gotteshauses steht auch eine neue Orgel auf dem Projektplan des Fördervereins und der evangelischen Kirchengemeinde.
Kunst und
Musik sollen
Akzente für den Sakralbau
setzen
