Vechta - Das Kloster der Schwestern Unserer Lieben Frau in Vechta hat die katholische Kirche jetzt gekauft. Der Kauf sei schon 2013 zwischen dem Orden und dem Bischöflich-Münsterschen Offizialat (BMO) vereinbart worden, sagte BMO-Pressesprecher Dr. Ludger Heuer der NWZ. Seinerzeit hätten die Schwestern bereits die BBS Marienhain und das Gymnasium ULF Vechta an das Offizialat abgegeben. Das BMO habe damals auf das Gelände um das Kloster herum ein Vorkaufsrecht bekommen. Zum Kaufpreis machte Heuer keine Angaben.

Ende vergangenen Jahres – so Heuer weiter – hätten sich die Schwestern für eine Veräußerung entschieden und das Areal an das BMO verkauft. Er dementierte einen Zusammenhang zwischen dem geplanten Klinikneubau Lohne/Vechta und dem Kauf des Klosters. „Mit den Planungen eines neuen Krankenhauses in Vechta, die es erst seit wenigen Monaten gibt, hat dieser Kauf nichts zu tun“, so Heuer wörtlich. Das BMO habe noch kein klares Nutzungskonzept für das knapp 54 000 Quadratmeter große Gelände. Zum Gelände gehören u.a. die Schule BBS Marienhain, die Kirche und der Friedhof. Die Schwestern, von denen noch 21 in dem Kloster wohnen, haben in einem Teil der für sie inzwischen zu großen Anlage noch ein Wohnrecht auf zehn Jahre. Dann wollen sie Vechta verlassen. Als Grund für den Verkauf gilt – wie überall sonst auch in Deutschland – die Überalterung des Ordens.

Unterdessen hätten mögliche Baumfällarbeiten nichts damit zu tun, das Gelände für eine andere Nutzung herzurichten, so Heuer weiter. Es seien ganz normale gärtnerische Pflegearbeiten. Auf die Gottesdienste in der Kirche habe dieser Kauf im Übrigen keinen Einfluss.

Bereits zum 1. August 2013 hatte die Kongregation der Schwestern Unser Lieben Frau (ULF) die Berufsbildende Schule Marienhain und das Gymnasium Liebfrauenschule an zwei neue gemeinnützige Trägergesellschaften des BMO abgegeben.

„Die Verhandlungen waren sehr lang gewesen“, gestand seinerzeit Schwester Anneliese Maria Stelzmann, Generaloberin der deutschen Provinz der Kongregation. „Doch wir waren nicht mehr in der Lage gewesen, die Schulen zu tragen.“ In den vergangenen Jahren hätten die Schwestern aus Altersgründen bundesweit alle bis auf eine Schule abgeben müssen, hieße es schon vor rund sieben Jahren.

Weit über 20 hätten die ULFen in ihrer Trägerschaft gehabt. Doch allein von 2008 bis 2013 sei die Zahl der Schwestern in der Kongregation von 395 auf 311 gesunken, der Altersschnitt läge mittlerweile bei 77 Jahren. „Diese beiden Schulen genießen eine hohe Wertschätzung in Vechta und Umgebung. Wir freuen uns sehr darüber, dass sie nicht geschlossen werden müssen“, so Stelzmann im Jahr 2013.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland