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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Kirche: Erinnerungen an Pater Heiner Wilmer

14.04.2018

Vechta Es ist schon lange her, aber Pater Dr. Heiner Wilmer, der zukünftige Bischof von Hildesheim, genießt in der Liebfrauenschule Vechta immer noch einen guten Ruf. Von 1995 bis 1997 hat der 1961 im emsländischen Schapen geborene Herz-Jesu Priester hier als Lehrer gearbeitet.

Nach seiner Promotion in Fundamentaltheologie, seinem Examen in Theologie und Geschichte und dem Referendariat in Meppen hatte er an seiner ersten Schulstelle in Vechta Religion, Geschichte und Politik unterrichtet und war auch Schulseelsorger. Im Anschluss ging Wilmer für ein Jahr an eine Jesuiten High School im New Yorker Stadtteil Bronx, ehe er ins Emsland zurückkehrte. In Vechta erinnert man sich noch sehr gern an ihn.

„Ich habe ihn mit einer unheimlichen Präsenz erlebt“, zeigt sich Studiendirektorin Mechthild Hellbernd (58) immer noch begeistert vom damaligen Kollegen. Obwohl klar gewesen sei, dass Wilmer nur kurz an der Schule bleiben würde, habe er sich sofort auf die Leute eingelassen. „Er hatte eine ganz tolle Art, auf Menschen zuzugehen.“ Er habe viele Impulse gesetzt. Als Beispiel nennt Hellbernd das einmalige Bibelprojekt im Februar 1997, an dem sich auch das Kolleg Sankt Thomas beteiligt habe. Etwa 120 Lehrkräfte, 1500 Schüler und zahlreiche Eltern hatten bei vielen Dutzend Veranstaltungen mitgemacht.

Auch die Orientierungstage mit ihm seien sehr intensiv gewesen. So eine Art der Vor- und Nachbereitung habe es danach nicht wieder gegeben, sagt Hellbernd. „Der Mann hat ein unglaubliches Charisma, er konnte unsere Schülerinnen toll ansprechen. Ich würde ihn sofort wieder einstellen“, lacht sie.

„Sehr kollegial, sehr verbindlich, sehr innovativ, sehr beliebt“, fällt Manfred Klostermann (61) ein, wenn er seinen früheren Kollegen beschreiben soll. „Er war damals der Star“, lacht der Lehrer. „Er konnte das Kollegium mitnehmen.“ Seinen Weggang hätten damals alle sehr bedauert, sagt Klostermann.

Ins Schwärmen kommt auch Oberstufenkoordinatorin Christina Meyer. Die 36-Jährige kennt den neuen Hildesheimer Bischof aus Schülerperspektive. Sie war damals in der 8. und 9. Klasse. „Er hat wirklich viel bewegt.“ Damals war eine Schülermutter bei einem Unfall tödlich verunglückt. Wilmer habe sich intensiv um Klasse und Familie gekümmert und viel Halt gegeben. Er habe Interesse an jeder einzelnen gehabt. „Wir hatten wirklich das Gefühl, dass er uns ernst nimmt und versucht, alles durch Schüleraugen zu sehen. Er war einfach da. Das war schön.“

Ein lustiges Erlebnis mit ihm? Oh, viele. Beim Abiball ist er mal als Frank Sinatra aufgetreten und hat „New York, New York“ geschmettert. „Einfach lebensfroh. Der Mann war eine wirkliche Bereicherung für uns. Die Hildesheimer können sich auf ihn freuen“, bekräftigt Hellbernd.

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