VECHTA - VECHTA - Beamten der Polizei Vechta unter Leitung von Oberkommissar Matthias Thoben ist ein Schlag gegen die heimische „Graffiti“-Szene gelungen. Durch die Aussagen von zwei Zeugen sowie im Zuge umfangreicher Nachforschungen konnten die Ermittler drei 17-Jährige und einen 18-Jährigen festnehmen und überführen. Alle Verhafteten stammen aus Vechta und gelten bereits als „einschlägig polizeibekannt“. Sie streiten jedoch bislang die Beteiligung an den ihnen vorgeworfenen Taten ab.
Bei einer Verurteilung drohen den jungen Männern zunächst Jugendstrafen. Hinzu kommen zivilrechtliche Folgen, beispielsweise Schadensersatzforderungen. Die dabei erworbenen Titel besitzen nach aktueller Rechtsprechung eine Gültigkeit von 30 Jahren.
Auf das Konto des Quartetts gehen 98 hauptsächlich im Dezember 2004 und Januar 2005 verübte Fälle von Farbschmierereien und mutwillig zerkratzten Scheiben in Waggons der NordwestBahn (NWB). Dabei handelt es sich ausschließlich um Buchstaben, nicht etwa um Bilder. Den angerichteten Sach- und Gebäudeschaden schätzen Experten auf etwa 80 000 Euro.
Die Tatorte der „Sprayer“ lagen hauptsächlich im Bereich Vechta, Langförden, Lohne und Damme. „Betroffen waren neben 13 NWB-Waggons im gesamten Streckennetz des Unternehmens mehrheitlich Privat- und Geschäftshäuser, aber auch öffentliche Gebäude. Dazu zählten etwa das Finanzamt oder die Agentur für Arbeit in Vechta,“ so Thoben. In einzelnen Straßenzügen wurde nahezu jedes Gebäude besprüht. Die Tatzeiten lagen in den Nacht- oder den frühen Morgenstunden.
Bei der Durchsuchung von Wohnungen der Festgenommenen fanden die Polizisten unter anderem als Motivvorlagen dienende Fotos. Damit dokumentieren „Sprayer“ ihre „Tags“ (Identifikationsmerkmale). Ungeachtet des jüngsten Erfolges gehen die Beamten jedoch davon aus, dass es außer den vier Festgenommenen noch weitere Tatbeteiligte gibt.
