VECHTA - In dieser Woche steht Vechta ganz im Zeichen von Andreas Romberg, dem berühmten Sohn der Stadt: Am Sonnabend, 12. November, gibt es ab 20 Uhr im Foyer des Kreishauses das diesjährige Romberg-Konzert, und am Dienstag wurden im Kreishaus zwei neue Bände der Romberg-Denkmaledition vorgestellt. Sie enthalten die Violinkonzert in E-Dur op.3, in C-Dur op. 8, in d-Moll op.46 und in G-Dur op.50. Verleger der Bände ist wieder Florian Noetzel (Wilhelmshaven). Die Herausgabe wurde vom Landkreis Vechta sowie von der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg und der regionalen Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg unterstützt.
Das Konzert bringt Chormusik von Romberg zu Gehör. Auf dem Programm stehen die Messe in B-Dur, das „Pater noster“ op. 24 und die Vertonung des 110. Psalms „Dixit Dominus“ op. 61. Der Madrigalchor Vechta und Chorleiter Hermann-Josef Suelmann haben sich dieser Werke angenommen, um sie mit Solisten und Orchester aufzuführen.
Die Messe in B-Dur entstand 1787 in Münster und stellt die erste Auseinandersetzung des 20-Jährigen mit großer Chormusik dar. Bei dem 110. Psalm erweist sich Romberg als eigenständiger Komponist auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Das „Pater noster“ schrieb Romberg im Jahr 1807 aus unbekanntem Anlass. Die ungewöhnliche Textauswahl, die dem Gebet des Herrn weitere Bitten wie „Miserere nobis“ und „Dona nobis pacem“ anfügt, lässt auf eine spezielle liturgische Feier schließen.
Mit Sigrid Heidemann (Sopran), Carola Günther (Alt), Christian Dietz (Tenor) und Christian Meyer-Perkhoff (Bass) konnten hervorragende Solisten verpflichtet werden, die sich im Oratorienfach, teilweise auch auf der Opernbühne weit über die Region hinaus einen Namen gemacht haben. Der Madrigalchor Vechta wird unterstützt vom „Orchester Osnabrücker Land“. Darin wirken professionelle Instrumentalisten aus dem Raum Osnabrück, Artland und Vechta mit, die mit ihrem Konzertmeister Dirk Anacker schon häufig erfolgreich aufgetreten sind. Die Gesamtleitung hat Hermann-Josef Suelmann.
Bei der Übergabe der neuen Denkmalbände an die Andreas-Romberg-Gesellschaft bedankte sich Dr. Klaus G. Werner in deren Namen ganz besonders bei Vechtas Landrat Albert Focke für die Unterstützung. Bei der Übergabe waren auch Frank Schwerter (Kulturstiftung Öffentliche Versicherungen) und Hermann Gaschemann (LzO) zugegen.
Die Gattung Violinkonzert stelle sich für einen Komponisten wie Romberg, der als Geigenvirtuose aufgewachsen war, als derart zentral dar, dass sie in der Reihe der Denkmalbände nicht unberücksichtigt bleiben durfte, so Dr. Bert Hagels, der sich für die Herausgabe zur Verfügung gestellt hatte. Hagels (Berlin, früher Münster) hatte sich schon früher mit den Romberg-Konzerten beschäftigt. Bei der Sichtung der Noten der Erstdrucke aus den Jahren 1801 bis 1810 sei deutlich geworden, dass alle Konzerte von hoher Qualität und es wert seien, neu herausgegeben zu werden.
