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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Neue Ausstellung: Als Pflege noch versteigert wurde

07.04.2018

Vechta Von „Irren“ oder „Geisteskranken“ war im 19. Jahrhundert die Rede, wenn im heutigen Sprachgebrauch von psychischen Erkrankten die Rede ist. Dies war im 19. Jahrhundert auch im Oldenburger Münsterland der Fall. Ein Forschungsprojekt von Masterstudierenden des Faches Geschichtswissenschaft an der Universität Vechta dokumentiert anhand ausgewählter Fallbeispiele das Schicksal von vermeintlich psychisch Erkrankten aus dem südoldenburgischen Raum. Die am Donnerstagabend im Museum im Zeughaus in Vechta eröffnete Ausstellung „Gemüthskrank und gefährlich wüthend“ soll die Ergebnisse des Projektes der Öffentlichkeit präsentieren.

„Für uns geht es darum, zu zeigen, wie der Alltag psychisch erkrankter Menschen im Oldenburger Münsterland zu der Zeit ausgesehen hat“, sagte Professor Dr. Christine Vogel, Professorin für europäische Geschichte vom 17. bis 19. Jahrhundert an der Universität Vechta. „Wir kennen häufig nur die Geschichten von Irrenheilanstalten, die meisten Betroffenen wurden jedoch im Kreis von Familien untergebracht“, so Vogel.

Bis zum 27. Mai ist die Ausstellung nun im Museum im Zeughaus zu sehen. Vom 7. Juni bis 12. August wird sie zudem in anderer Form im Museumsdorf Cloppenburg präsentiert. Während die Ausstellung in Vechta zentral in einem Raum gezeigt wird, wird sie den Besuchern im Museumsdorf eher dezentral mit Einbindung der unterschiedlichen Höfe und weniger Medieneinsatz öffentlich gemacht.

„Es ist, glaube ich, zum allerersten Mal der Fall, dass das Museumsdorf Cloppenburg, das Museum Vechta und die Universität Vechta in der Form zusammengearbeitet haben“, sagte Lukas Aufgebauer. Der Leiter der museumspädagogischen Abteilung des Museumsdorfs Cloppenburg war ebenso wie Vogel, der ehemalige Vechtaer Museumsdirektor Axel Fahl-Dreger und sein Nachfolger Kai Jansen Teil des Forschungsteams um die Vechtaer Geschichtsstudenten.

Das Projekt war im Masterstudium der Studenten mit eingebunden und erstreckte sich über einen Zeitraum von drei Semestern. „Da die Studierenden alles angehende Lehrer sind, lernten sie durch diese Arbeit auch ihre Ergebnisse der breiten Masse empfänglich zu machen, was für ihren späteren Lebensweg sehr wichtig ist“, meinte Vogel. Zudem spiele auch das Thema des Projektes für sie eine große Rolle, da die Inklusion die neuen Lehrer in ihrem Berufsalltag stets begleiten werde.

In der Ausstellung werden acht Fallbeispiele aus dem Oldenburger Münsterland aufgezeigt, die sich mit dem Schicksal psychisch erkrankter Menschen befassen. „Bei der Auswahl der Fallbeispiele ging es auch darum, eine große Bandbreite an unterschiedlichen Fällen zu haben, um, so gut es ging, die Realität darzustellen.“ So wird etwa der Fall eines Mannes aus Lodbergen (bei Löningen) aufgezeigt, bei dem per öffentlichem Anschlag an der Kirche bekanntgegeben wurde, dass zwei Tage darauf die Pflegestelle für ihn sozusagen „ersteigert“ werden könne. Neben der Unterbringung im privaten Umkreis werden auch Aufenthalte in der damaligen Irrenheilanstalt zu Wehnen, der heutigen Karl-Jaspers-Klinik, ebenso thematisiert wie der Fall eines Mannes aus Mühlen (Kreis Vechta), dessen Leben eine positive Wandlung nahm, als er von seiner Familie Abstand nahm und bei anderen Bauern seinen Dienst verrichtete.

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