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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Ilka will anderen Mut machen

10.07.2018

Vechta Die einen wollen nach der Schulzeit etwas Neues ausprobieren und sich für ihre Mitmenschen einsetzen. Andere möchten vor der Berufswahl in den sozialen Bereich hineinschnuppern: Gute Gründe für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) gibt es viele. Allein im Andreaswerk engagieren sich jedes Jahr gut 55 Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren in einer der Einrichtungen des Vereins. Unter ihnen die 19-jährige Ilka Barhorst und die 17-jährige Leonie Scholten. Beide absolvieren noch bis Ende Juli ihren BFD in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) an der Landwehrstraße in Vechta.

„Zu Beginn meines BFD war ich mir noch unsicher, was da auf mich zukommt. Aber du gewöhnst dich hier ganz schnell ein“, möchte Ilka auch anderen Mut machen. Jeweils im August startet der üblicherweise zwölfmonatige Freiwilligendienst. Sie selbst, erinnert sich die 19-Jährige schmunzelnd, sei damals etwas spät dran gewesen. Erst im Juli hatte sie sich bei der kfwd (Katholische Freiwilligendienste im Oldenburger Land) beworben, die die Freiwilligen in ihre Einsatzstellen vermittelt. „Dort hat man mir dann diese Stelle vorgeschlagen“, erzählt sie. Anders bei Leonie. Die 17-Jährige hatte bereits Kontakt mit dem Andreaswerk aufgenommen und es der kfwd gemeldet.

„Wir unterstützen die Menschen bei der Arbeit, übernehmen Pflegeaufgaben und reichen Essen und Trinken an“, erzählt Leonie. Dazwischen gibt es gemeinsame Spaziergänge, wird auch mal zusammen gekocht oder gebastelt. Niemand muss befürchten, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Als erster Ansprechpartner arbeitet der Gruppenleiter beziehungsweise die Gruppenleiterin die Freiwilligendienstler ein, leitet sie an und hilft dort weiter, wo sich Hürden auftun.

Man wachse über sich hinaus, sagt Ilka über die vergangenen Monate. Lerne viel über sich selbst. Für sie war es auch ein Jahr der Orientierung. Wie soll meine berufliche Zukunft aussehen? Was bereitet mir wirklich Freude? Die 19-Jährige könnte sich inzwischen ein Studium der Sozialen Arbeit oder Erziehungswissenschaften gut vorstellen. „Durch den BFD ist mir klar geworden, dass ich auf jeden Fall mit Menschen arbeiten will“, betont sie.

Auch Leonie weiß jetzt genauer, wohin es beruflich gehen soll. Die 17-Jährige möchte eine Ausbildung in der Pflege machen und vielleicht selbst irgendwann eine Einrichtung wie das Andreaswerk leiten. Beim BFD habe sie viel für ihren weiteren beruflichen Weg gelernt, sich aber auch weiterentwickelt. Sie sei verantwortungsbewusster geworden, offener gegenüber Menschen und geduldiger.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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