Vechta/Oythe - Drei Monate lang fielen die regelmäßigen Probentermine des Musikvereins Oythe coronabedingt aus. Jetzt haben die Oyther in enger und effektiver Absprache mit dem Landkreis Vechta ein Hygienekonzept erarbeitet. Seit Montag geht es in einem großen Garten mit dem Probenbetrieb weiter. Die seit Kurzem gültige Coronaverordnung des Landes Niedersachsen lässt das zu.
„Unser Glück in den letzten Monaten ist es, dass wir in der Corona-Zeit bei den Seniorenheimen regelmäßig Konzerte spielen dürfen. So können wir anderen eine Freude bereiten, und unsere Instrumente verstauben nicht vollends“, stellt Heinrich Windhaus, Vorsitzender des Vereins, fest. Trotz der Konzerte in kleiner Besetzung und der einsamen Übungseinheiten zu Hause: „Uns allen haben die geselligen und lehrreichen Probenabende in großer Besetzung gefehlt“, so der Trompeter.
So habe man überlegt, wo mit rund 30 Leuten unter Einhaltung der Corona-Regeln eine Probe möglich wäre. „Schnell war klar, dass wir das draußen machen – bei gutem Wetter, in wechselnden Gärten der Mitglieder“, erzählt Ulrich Wichmann, Geschäftsführer des Vereins. Alle kennen die Regeln. 1,50 Meter Abstand, auch während der Pausen, kein Instrumententausch, getrennte Anfahrt, eine Mund-Nase-Bedeckung ist griffbereit, und auch nach den Proben wird es keine „Rudelbildung“ geben. „Die gemeinsame Probe ist allen wichtig, die Gesundheit auch – da halten wir uns an diese und weitere Hygieneregeln“, betont der Blechbläser.
Die geänderten Bedingungen fordern heraus. Mit Abstand müsse man anders aufeinander hören, die Akustik ist völlig neu. Es falle auf Distanz auch mal schwer, den Dirigenten zu sehen, erklärt Wichmann. Und es falle auf, wenn man seine Noten vergessen hat, ergänzt er lachend. Schnell beim Nachbarn mit gucken, sei nicht mehr drin.
Bei den Nachbarn der wechselnden Probenorte setzt Windhaus auf Verständnis für Wiederholungen und vereinzelte falsche Töne. Sicherlich erfreuen sich die Freunde des Vereins an den regelmäßigen Gartenkonzerten in Hörweite – „und wer meint, es besser zu können, darf gerne dazukommen“, scherzt er.
