VECHTA - Heimische Experten suchten das Gespräch mit den Gästen. Die Themen reichten vom Tierschutz bis zur Futtermittelverordnung.
Von Bodo Meier
VECHTA - Neben Niedersachsens Landwirtschaftsminister Heinrich Ehlen und dem Garther Bundestagsabgeordneten Franz-Josef Holzenkamp (beide CDU) hatten am Mittwochabend vorrangig Mandatsträger der heimischen Region sowie landwirtschaftliche Interessenvertreter den Weg in die mäßig gefüllte Aula der Hochschule Vechta gefunden. Gemeinsam wollten sie mit dem Agrarausschuss des Europäischen Parlaments (EP) unter der Leitung von Joseph Daul über „Europäische Agrarpolitik vor Ort“ diskutieren.Zunächst rief Daul die Bauernverbände auf, statt Kundgebungen zu organisieren, Analysen zu erstellen und die Ergebnisse an die Presse zu geben. Das sei „billiger und effektiver“, sagte Daul.
Heinrich Dierkes, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Schweinezüchter, trat für ein Umdenken beim Verbot der Ferkelkastration ohne Betäubung ein. Für seine Forderung, die „WTO-Normen“ sollten flächendeckend eingehalten werden, obgleich weniger und für alle gleiche Regeln sowie ein freier Wettbewerb vieles vereinfachten, gab es Applaus.
Die Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle (CDU) bestätigte, dass ein Aktionsplan für den Tierschutz am Tag vor der Abreise der EP-Delegation nach Deutschland beschlossen worden sei. Um Einfluss zu nehmen, sei es nötig, die Interessen auf breiter Front mit fachlich begründeten Argumenten zu vertreten.
Die Vereinfachung des Regelwerkes sei die Forderung des Tages, so Lutz Goepel (CDU). Am Beispiel der Entkopplung der Direktzahlung im Zusammenhang mit Flächenstilllegungen verdeutlichte der CDU-Europaabgeordnete die Problematik.
Ein weiteres Thema konzentrierte sich auf Saisonkräfte. Die seien eher ein nationales, denn ein europäisches Problem. Aus spanischer Sicht sprach Maria Isabel Salinas Garcia (SPD-NdEP) zur Immigration. Mit jedem weiteren Staat, der in die Europäische Union käme, verlagere sich das Problem.
Bei der Futtermittelkennzeichnung verwies Wilhelm Gräfe zu Baringdorf (Bündnis 90/Die Grünen) auf die 2007 kommende Gesetzesnovellierung. Bis dahin setze er beim „Handling“ dieses Sachverhalts auf den Fachverstand der Industrie.
