VECHTA - „Kaum sind wir geboren, schon fangen wir an, uns durch Blickkontakt mit unseren Eltern zu vernetzen“, stellte Prof. Arist von Schlippe (Universität Witten-Herdecke) beim Fachtag „Aufgefangen im Netz – Vernetzung zwischen Kooperation, Konkurrenz und Kontrolle“ in der Aula der Universität Vechta fest. An der von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritas-Sozialwerks organisierten Veranstaltung nahmen etwa 200 Experten sozialer, pädagogischer, medizinischer und juristischer Berufe teil.
„Ein Netz trägt, aber es hält auch gefangen“ so der Psychologe von Schlippe. „Je mehr Nähe zwischen vernetzten Personen besteht, umso größer werden Kontrolle und Einengung“. Wichtig sei, über den eigenen Tellerrand zu schauen, und Verbindungen zu anderen Netzwerken zuzulassen.
„Durch Vernetzung von Organisationen sollen Wissen und Kompetenzen zusammen geführt und nicht zuletzt Kosten gespart werden“, erklärte Prof Peter Paulus (Universität Lüneburg). Wenn kleine Organisationen mit größeren kooperierten, bestehe häufig die Befürchtung, aufgesogen zu werden. „Eine wichtige Voraussetzung für ein Kooperationsnetzwerk ist Vertrauen.“ Aus dem hiesigen Raum wurden Vernetzungsprojekte vorgestellt. Dazu zählen „ProKitusch“ für Kinder in Trennungssituationen, und die „FITplus“-Sprechstunde der Erziehungsberatung Vechta.
