VECHTA - Der Zuchtverband setzt auf den niederländischen Kaderreiter. Sein Maßstab ist Qualität.
Von Christoph Floren
VECHTA - Das „Holsteiner Modell“ adaptiert haben die Verantwortlichen des Oldenburger Zuchtverbandes. Wie in Neumünster gibt es seit Anfang Mai auch im Pferdezentrum Vechta einen Verkaufs- und Turnier-Springstall. Er rundet das serviceorientierte Vermarktungskonzept ab. „Wir wollen 365 Tage im Jahr professionell ausgebildete Springpferde anbieten“, so der für diesen Bereich verantwortliche Max Meyer.Für Oldenburg im Springsattel sitzt der Niederländer Gerald Geessink. Der 33-jährige in Zwolle (Provinz Overijssel) geborene Sohn eines Hengstaufzüchters ist Mitglied im holländischen C-Kader. Das verschafft ihm die Starterlaubnis für Landesmeisterschaften. Zu den Titelkämpfen auf der Anlage von Erik van der Vleuten in Mierlo tritt er an diesem Wochenende mit zwei gekörten Hengsten seines Vaters an.
Auf dem „Ticket“ hat Geessink nationale und internationale Erfolge. Dazu gehören Siege und Platzierungen in Zuidlaren, Spangenberg oder beim Mannheimer Maimarkt-Turnier, beim Bundeschampionat in Warendorf sowie der Sieg im Großen Preis von Rastede 2005 mit dem Hengst „Diagonal“, der ihm den Beinamen „fliegender Holländer“ einbrachte.
Zu den Stationen von Geessinks reiterlichem Weg gehören auch drei Jahre bei Paul Schockemöhle – dort ritt er Pferde von Jordaniens Prinzessin Haya – und ein Jahr im Stall des US-Grand-Prix-Reiters Jimmy Torano. Vor seiner Verpflichtung durch den Oldenburger Verband war er im Stall Klaas in Gronau (Nordrhein-Westfalen) tätig.
Von Vechta aus wird Geessink auch in Zukunft international reiten und talentierten Nachwuchs mit dem gekrönten „O“ als Brand in regionalen Aufbauprüfungen vorstellen. Dabei zählt für ihn „nur die Qualität“ der Pferde, mit denen startet.
Doch davor steht das tägliche Training im Pferdezentrum. Sechs bis acht Stunden sitzt Geessink dazu im Sattel von bis zu zwölf Pferden. Eine Hälfte davon arbeitet er für den Zuchtverband, der derzeit die Anschaffung eines eigenen Transport-Lkw erwägt. Den Rest trainiert er als selbstständiger Ausbilder.
