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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Am Ende gibt’s Streit um den Elisabethaltar

14.06.2018

Vechta Es war eine sprichwörtliche Glaubensfrage, die am Dienstagabend in der Klosterkirche in Vechta diskutiert wurde. Denn obwohl die Restaurierung des 1731 erbauten Gotteshauses nun komplett abgeschlossen ist, hat ausgerechnet die finale Platzierung eines barocken Elisabethaltars bei einem Informationstreffen für Unmut gesorgt.

Rund 30 Förderer der Klosterkirche und Interessierte hatten sich in der ehemaligen Franziskanerkirche – die übrigens auch als Anstaltskirche der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen genutzt wird – getroffen. Eingeladen hatten Petra Huckemeyer, stellvertretende Leiterin der JVA für Frauen in Vechta, Architekt Ejnar Tonndorf und Achim Knöfel, beim evangelisch-lutherischen Oberkirchenrat in Oldenburg zuständig für den Denkmalschutz.

2003 war die Restaurierung der Vechtaer Klosterkirche mit einem anfänglichen Gutachten angestoßen worden. „Mit dem Ziel, die teils wirklich desaströsen Ausrutscher der vergangenen Jahrhunderte auszugleichen“, sagte Petra Huckemeyer. 15 Jahre habe es dann gedauert, bis die Klosterkirche wieder mit ihrem außergewöhnlichen Inneren glänzen konnte. Und: Mehr als eine Million Euro kostete das Großbauprojekt insgesamt. Rund 700 000 Euro davon konnte der eigens gegründete Förderverein in knapp sieben Jahren durch Spenden beisteuern.

„Die Kirche hat in der vergangenen Zeit viele Metamorphosen durchlaufen“, sagte Achim Knöfel. Genau deshalb habe bei der Restaurierung im Mittelpunkt gestanden, der Klosterkirche ihren alten barocken Charme wiederzugeben. Und so setzten Restauratoren und Handwerker Schritt für Schritt erst die bauliche Substanz in Stand. Dann folgten die Einrichtungsgegenstände. Allen voran der imposante Hochaltar, der restauriert und auch vervollständigt wurde.

So fertigte Restaurator Uwe Pleninger aus Hannover eigens eine neue Matthäus-Figur für die Klosterkirche an. Zwei Holzwände mit Durchlass verbinden den Altar nun zudem mit den Seitenwänden. Außerdem erhielt die Klosterkirche eine neue Orgel, die Kanzel wurde wieder in eine schwebende Position gebracht und um einen Kanzeldeckel ergänzt. „Das alles sind Erinnerungen an die kirchliche Vergangenheit der Simultankirche, die da vervollständigt und erneuert wurden“, sagte Knöfel.

Erst seit einigen Tagen hat der Elisabeth-Altar als letztes und übrigens einziges originales Stück aus der Klosterkirche seinen Weg zurückgefunden. Das Kunstwerk, so beschreibt es Achim Knöfel, sei eine Leihgabe der katholischen Kirche und wurde lange Zeit in einem Keller aufbewahrt. Doch genau dieses Stück Geschichte der Klosterkirche wurde zum Mittelpunkt der Diskussion, die sich an die Ausführungen von Petra Huckemeyer und Achim Knöfel anschloss. Zu prägnant, zu imposant und nicht passend für eine evangelisch-geprägte Kirche sei der Altar, waren nur einige Einwände.

Auch der evangelische Gemeindekirchenrat bemängelte, nicht in die Entscheidung, in ein Für oder Wider, mit eingebunden worden zu sein und hatte sich bereits vorab einstimmig gegen eine Aufstellung ausgesprochen. Ob das Elisabethbildnis nun an einen neuen Ort in der Klosterkirche ziehen muss oder gar in einem Museum einen neuen Platz findet? Das bleibt abzuwarten. Petra Huckemeyer versprach zunächst einmal, sich mit allen Beteiligten noch einmal mit der Aufstellung des Altars auseinanderzusetzen. „Die Klosterkirche ist immer noch eine Simultankirche – wir sind in der Pflicht, diesen Schatz zu retten.“

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