VECHTA - An Demenz erkrankte Senioren ein Stück weit aus ihrer Isolation lösen: Dieses Ziel verfolgt ein von dem Musikpädagogen Prof. Theo Hartogh (Hochschule Vechta) sowie der Diplom-Sozialpädagogin Rosemarie Schröder im Vechtaer Altenheim St.-Hedwig-Stift initiiertes Modellprojekt.
Im Haus „Arche“ der Einrichtung leben 32 Senioren in vier Wohngruppen. Sie leiden an Demenz in verschiedenen Stadien. Etwa 20 von ihnen, so Hartogh und Schröder, werden sich an der Begegnung mit Musik und Gesang beteiligen. Volks- oder Kirchenlieder dienen dabei dem Kontaktaufbau. Menschen, die ihre Verwandten nicht erkennen, erinnern sich an Texte, wenn sie die dazu gehörenden Melodien hören. So entsteht eine Atmosphäre für Gefühlsäußerungen. Musik wirkt als Schlüssel. Die Leute sind sofort hellwach.
Ausgelegt ist das wissenschaftlich begleitete Projekt auf ein Jahr mit wöchentlichen Treffen. Nach der Anlaufphase sollen generationsübergreifend auch Kinder mit eingebunden werden. Am Ende steht eine Evaluation sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse.
Ermöglicht hat das Vorhaben ein Zuschuss in Höhe von 2000 Euro der 2007 gegründeten „Bürgerstiftung Vechta“ (die NWZ berichtete). Deren Vorsitzender Josef Meerpohl und Geschäftsführer Josef Kleier informierten sich am Mittwoch, 23. April, im St.-Hedwig-Stift über die Erprobung musikalischer Methoden in Kombination mit Erinnerungs- und Biographiearbeit. „Wir haben den Antrag der Verantwortlichen auf Unterstützung geprüft. Danach war es uns ein Anliegen, schnell und unbürokratisch zu helfen,“ betonte Meerpohl.
Das Kapital der „Bürgerstiftung“ beträgt 1 040 000 Euro. Neben dem aktuellen Projekt wurde bislang ein von Schülern der Ludgerus-Schule in Kooperation mit dem Geest-Verlag (Langförden) erstelltes Buch gefördert. Im Mai erhält das Gymnasium Antonianum Vechta (GAV) Mittel für eine zum „Jahr der Mathematik“ geplante Ausstellung.
