VECHTA - Ein „Gewinn für unser Stadt und unsere ganze Region“: So hat Bürgermeister Uwe Bartels (Pro Vechta) am Freitag. 29. Mai, bei der offiziellen Eröffnung ihres neuen Domizils „Beim Alten Flugplatz 9“, die gemeinnützigen Werkstätten der Stadt Vechta genannt.
Auf dem Industrie- und Gewerbegelände hat die Stadt für die soziale Einrichtung, deren Wurzeln auf Anfänge 1991 in der „Villa Wellbrock“ an der Füchteler Straße zurück reichen, eine von einem örtlichen Investor errichtete Werkhalle gemietet. Auf 400 Quadratmetern stehen beispielsweise ein Aufenthalts- und Schulungsraum ein Computerarbeitsplatz mit Internetzugang für den Stellenmarkt sowie zwei Büros und Sozialräume zur Verfügung.
In den gemeinnützigen Werkstätten bieten „Fachpraktische Anleiter“ und Sozialpädagogen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die keine Arbeit finden, und Leistungen nach dem „Arbeitslosengeld II“ erhalten, strukturierte Tätigkeiten als „Ein-Euro-Jobs“ an. Die Bandbreite der Tätigkeiten erstreckt sich auf die Bereiche Holz- und Metall, eine Fahrradwerkstatt und die Pflege öffentlicher Grünanlagen. Möglich sind 15 bis 30 Stunden wöchentlich, maximal von zwölf Monate lang, mit dem Anspruch der Vermittlung von „Schlüsselqualifikationen“.
In Vechta gibt es 40 Plätze, weitere 35 stehen seit 2007 in der Außenstelle Neuenkirchen-Vörden zur Verfügung, so Ludger Hausfeld, der die Einrichtung leitet. Der berufspraktische Einsatz folgt dem Prinzip der Gemeinnützigkeit. Die Zuweisungen übernimmt die „ARGE“. Deren Leiter Heinrich Hoppe verwies auf das Motto „fördern und fordern“, nach dem die gemeinnützigen Werkstätten ihre Leistung erbringen.
Als Festredner sprach Prof. Hermann von Laer (Hochschule Vechta) zum Thema „Bedeutung der Arbeit im persönlichen und gesellschaftlichen Kontext“. Dabei stellte angesichts aktueller tagespolitischer Diskussionen etwa fest: „Es darf sich nicht lohnen, unmoralisch zu handeln.“ Der Wissenschaftler verwies auf den „hohen ethischen Wert von Arbeit“. Darüber hinaus würdigte er die Tätigkeit der gemeinnützigen Werkstätten. Sie verfolgten das Ziel, „Menschen sinnvoll in den normalen Arbeitsprozess einzugliedern“.
