Vechta - Endlich wieder Leben auf dem BDKJ-Jugendhof: Seit Monaten war hier kein Betrieb. Mittlerweile aber kommen täglich wieder Dutzende Grundschüler aus Vechta her. Sie nehmen teil an einem vierwöchigen Sommercamp der Schulstiftung St. Benedikt. Die Anregung hierzu hatten im Mai Josef Kleier, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Vechta, und Dr. Frederike Bartels, Professorin für Grundschulpädagogik an der Universität Vechta, gegeben.
Ihre Idee war es, Grundschulkindern, die aufgrund der coronabedingten Schulschließungen viel Stoff verpasst hatten und zum Teil in beengten Verhältnissen wohnen, in den Ferien ein pädagogisch begleitetes Freizeitangebot bieten zu können.
Einschnitt in Entwicklung
„Vor allem für jüngere Kinder stellte der fehlende Kontakt in Corona-Zeiten zu Spiel- und Lernpartnern einen drastischen Einschnitt in ihrer sozialen Entwicklung dar,“ sagen Marien Dierkes und Michael Bröer vom Bildungswerk Vechta, die das pädagogische Konzept des Sommercamps erstellten und es auch vor Ort leiten. Besonders stark betroffen waren Kinder, die in finanziell begrenzten Verhältnissen aufwachsen, wissen Dierkes und Bröer.
Zehn Nationen
Koordiniert durch die Schulstiftung St. Benedikt meldeten sich über 90 Kinder für die Maßnahme an. Eingeteilt sind sie in zwei Abschnitte für jeweils zwei Wochen. Aufgrund strenger Hygieneauflagen sind sie in kleine Gruppen aufgeteilt. Viele haben einen Migrationshintergrund. Betreut werden sie von erfahrenen Gruppenleitungen. Es sind wohl an die zehn Nationen vertreten, sagt Dr. Ludger Heuer, der das Projekt federführend organisiert. Daher steht die Maßnahme unter dem Motto: „So ist unsere Welt“. Bei der Maßnahme sollen Spiel, Spaß, Sport, soziale Kontakte und Sprachvermittlung den gleichen Stellenwert haben wie schulisches Lernen.
Solche aufwendigen Veranstaltungen benötigten normalerweise einen Vorlauf von vielen Monaten, sagt Heuer. Nur durch die engagierte Mithilfe vieler Personen von Schulen, aus der Universität, Kreisvolkshochschule und Bürgerstiftung sei es in kürzester Zeit gelungen, das Projekt umzusetzen. Ein großer Aktivposten war Barbara Arlinghaus, Leiterin der Grundschule Langförden, weiß Heuer. In stundenlangen Telefonaten hatte sie versucht, für alle ihre Kinder Fahrgemeinschaften zu organisieren. Wer dann immer noch stehenblieb, den fuhr sie am ersten Tag selbst zum Jugendhof.
Kostenloses Angebot
Die ganze Maßnahme kostet etwa 30 000 Euro, wegen der Finanzierung sind die Bürgerstiftung Vechta und der Corona-Hilfsfonds des Offizialats und des Landes-Caritasverbandes angefragt. Für die Kinder ist das Angebot kostenlos.
