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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Ein zweites Leben schenken

05.10.2019

Vechta Erfahrungsberichte vom „Leben auf der Warteliste“, Ängste und Vorurteile zur Organspende sowie Erklärungen zum Hirntod eines Menschen sind jetzt beim Tag der Organspende im Sitzungssaal des Landkreises Vechta thematisiert worden. Die gut besuchte Veranstaltung wurde vom Landkreis Vechta und dem St. Marienhospital Vechta organisiert. Erfahrene Spezialisten berichteten anschaulich zum Thema Organspende aus ihrer jeweiligen Sicht: Ärzte, Transplantationsbeauftragte, Betroffene und deren Angehörige.

Ganz ruhig wurde es im Sitzungssaal, als Luisa Huwe, Bernhard Pulsfort, Barbara Backer und Anita Wolf ihre Erfahrungen schilderten. Mit ihren emotionalen Geschichten machten sie als Betroffene die Bedeutung einer Organspende greifbar: Vom belastenden Warten auf ein Spendeorgan, dem Eingriff an sich und bis zum Leben danach.

Eine schwere Erkrankung veränderte das Leben der 27-jährigen Huwe. Sie hatte Glück im Unglück und konnte bereits nach kurzer Zeit ein neues Herz transplantiert bekommen. Pulsfort erzählte unter anderem von seinen Aufs und Abs sowie den Sorgen und Entbehrungen, die seine Lungenerkrankung mit sich brachte. Seine durchlebte Achterbahnfahrt der Gefühle reichte auch von zwei großen Hoffnungsschimmern, dass ein Spendeorgan für ihn zur Verfügung stehe, bis hin zur Tatsache, dass es eben nicht transplantierbar war. Beim dritten Anlauf klappte es dann. Nach Therapie und Reha geht es ihm heute gut.

Wolf berichtete von dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns, der Entscheidung zur Organspende und dem Abschiednehmen. Genauso wie sie empfinden es viele Angehörige von Organspendern als einen gewissen „Sinn“ im Tod des Verstorbenen, wenn einem anderen Menschen ein zweites Leben geschenkt wird.

Neben Landrat Herbert Winkel (Begrüßung) gehörte ebenfalls Privat-Dozent Dr. med. Christian Hönemann zu den Rednern. In seinem Vortrag skizzierte der organtransplantationsbeauftragte Arzt des St. Marienhospitals Vechta Ängste, Vorurteile und Fehlinformationen über Organspende anhand aktueller Pressemitteilungen und Leserbriefe. Professor Dr. med. Dag Moskopp, ausgewiesener Experte zum Thema Hirntod-Diagnostik, referierte ausführlich und anschaulich zum Thema „Hirntod ist der Tod des Menschen“.

Im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion nutzen viele Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Fragen von einem der Referenten beziehungsweise Moderatoren beantworten zu lassen. Eine Frage, die Dr. med. Thorsten Doede von der bundesweiten Koordinierungsstelle für Organspende (Deutsche Stiftung Organtransplantation) beantwortete, betraf zum Beispiel die mögliche Kontaktaufnahme des Organspendeempfängers mit den Angehörigen des Spenders nach erfolgter Transplantation.

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Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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