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Aktualisiert vor 35 Minuten.

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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Auch Kantinen sollen mitmachen

19.09.2018

Vechta Auf Einladung von Uwe Bartels, dem Vorsitzenden des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF), hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Umwelt, Energie und Landwirtschaft, Dr. Matthias Miersch, am Montag im Oldenburger Münsterland über die Herausforderungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft informiert. An dem Treffen beim Vechtaer Stallausrüster Big Dutchman nahmen ebenfalls Vertreter des Agribusiness-Clusters teil.

Im Vordergrund stand die Frage, wie der notwendige Transformationsprozess in der Agrar- und Ernährungswirtschaft möglichst wirtschaftsverträglich und zugleich zukunftsfähig zu gestalten sei. Das gelte insbesondere für den Wirtschaftsraum Oldenburger Münsterland mit seiner durchgängigen Wertschöpfungskette. „Wir, das AEF und seine Mitglieder, sind bereit, an Lösungen für die Konfliktfelder der Branche mitzuarbeiten und den Transformationsprozess pro-aktiv mitzugestalten. Es müssen jedoch zwingend verlässliche politische Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Bartels.

Ein wichtiges Anliegen der Teilnehmer war das seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums geplante staatliche Tierwohllabel. Die Branchenvertreter sprachen sich einheitlich für eine verbindliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnung der Ware aus. Insbesondere dürfe das vorgesehene Label nicht nur die im Lebenseinzelhandel gehandelte Ware betreffen, sondern müsse auch das Großverbrauchersegment, zum Beispiel Systemgastronomie und Kantinen, in die Pflicht nehmen. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass dort auf billiges Fleisch aus nicht tierwohlgerechter Haltung aus dem Ausland zurückgegriffen würde. Eine starke Wettbewerbsverzerrung wäre die Folge.

Auch die Finanzierung der Mehraufwendungen, die durch das Label entstehen, wurde diskutiert. Miersch plädierte für verbindliche Finanzierungsquellen, um die Tierwohlbemühungen der Landwirte zu honorieren.

Auch innovative Stallkonzepte und hier insbesondere der Umbau eines konventionellen Maststalls für Schweine mit Außenklimabereichen, natürlicher Belüftung und Bereiche mit Stroheinstreu wurden Miersch vorgestellt. Eine praktische Umsetzung allerdings sei aus bau- und emissionsrechtlichen Hindernissen kaum möglich. Man sprach sich für einen Arbeitskreis auf Bundesebene zwischen den Ressorts Landwirtschaft, Bauen und Umwelt aus, um für bestehende Zielkonflikte zwischen Tierwohl und Emissionsrecht Lösungsansätze zu erarbeiten.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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