Vechta - Die Stadt Vechta wird zukünftig die Jugendarbeit wieder stärker in den Fokus stellen und innovative Wege gehen. „Die Jugendarbeit hatte, hat und wird immer einen hohen Stellenwert in Vechta haben. Dennoch ist es notwendig, sich an die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen anzupassen“, betont Vechtas Bürgermeister Helmut Gels.

Die Kreisstadt setzt bei diesem Vorhaben die Handlungsempfehlungen einer Expertengruppe um, die die Gesellschafterversammlung der „Haus der Jugend GmbH“ im Dezember 2018 zur Aufarbeitung des Themas ins Leben gerufen hatte. Grundlage waren Empfehlungen aus dem Jahr 2015, die von den kommunalen hauptamtlichen Jugendpflegern im Landkreis Vechta erarbeitet worden waren. Mitglieder der Vechtaer Expertengruppe waren/sind neben dem Geschäftsführer der „Haus der Jugend GmbH“ und dem Stadtjugendpfleger die Vorsitzenden der Ausschüsse für Jugend und Sport sowie für Familie Gesundheit und Soziales und Vertreter der Verwaltung der Stadt Vechta. Darüber hinaus wurde die Arbeitsgruppe von Kreisjugendpfleger Frank Lawicka und Uwe Helmes vom „Stellwerk Zukunft“ fachlich begleitet. Komplettiert wurde die Gruppe durch zwei Jugendliche aus dem Haus der Jugend.

Die Expertengruppe hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Personal-Stellenanteile für die soziale Arbeit im Haus der Jugend weiter auszubauen, um durch mehr Personal im pädagogischen Bereich das offene Angebot im Haus der Jugend intensivieren zu können. Dabei sollen auch freie Träger in die Arbeit im Haus mit eingebunden werden.

Für die Jugendarbeit wird jährlich ein eigenes Budget bereitgestellt. Zusätzlich sollen die Jugendlichen aus dem Haus über ein eigenes Budget verfügen können, über welches sie nach demokratischen Grundsätzen selbst entscheiden. Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit in der pädagogischen Arbeit sind Grundvoraussetzungen und tragende Merkmale für die Arbeit im Haus und sollen fortan wieder mehr aktiviert werden. Gels unterstreicht: „Die Selbstbestimmung des Gulfhauses wird durch die Anbindung an die Stadt nicht eingeschränkt.“

Auch das Angebot an Projekten für Jugendliche soll ausgebaut werden. Eine intensive Vernetzung aller Beteiligten im Haus der Jugend mit den Vereinen, Verbänden, Organisationen der Jugendarbeit in der Stadt sowie eine Evaluation durch die Expertengruppe, die als Hilfestellung für die zukünftige Positionierung aufgelegt werden soll, garantieren gute Bedingungen.

Es sollen neue Stellen ausgeschrieben und facettenreiche Projekte entwickelt werden.

Hinsichtlich der Nutzung des Saalbetriebs im Gulfhaus soll Folgendes gelten:

ð  Jugendarbeit und Jugendkulturveranstaltungen haben Vorrang.

ð  Traditionsveranstaltungen im kulturellen Bereich werden beibehalten.

ð  Die Nutzung des Saales für weitere Kulturveranstaltungen ist möglich.

ð  Es gibt keine Vermietung für Privatveranstaltungen.

„Durch die Privatveranstaltungen haben wir mit anderen Gastronomen konkurriert. Das dürfen und wollen wir zukünftig nicht mehr“, so Gels und CDU-Ratsherr Martin Höffmann. „Der Saal wird jedoch weiterhin für Vereine und privat organisierte Kulturveranstaltungen zur Verfügung stehen.“

Die Expertengruppe hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass die GmbH zum 31. Dezember 2019 liquidiert wird und die zukünftige Jugendarbeit in eine neue städtische Struktur als Betrieb gewerblicher Art/Zweckbetrieb eingebettet wird.