Vechta - Am Handy gemeinsam Quiz-Fragen beantworten – so steuert die Universität Vechta dem Kontaktverbot in Coronazeiten entgegen: In einem Team entwarfen wissenschaftliche Mitarbeiter, Studenten und Dozenten das „Quiz-Tandem-Projekt“.

Bernd Josef Leisen ist Teil des Teams hinter dem Tandem-Quiz. „Es geht um intergenerationale Kooperation. Oder kurz: Dass Ältere was mit Jüngeren miteinander Zeit verbringen und voneinander lernen“, sagt Leisen. Denn Beim Tandem-Quiz bildet ein Student jeweils ein Team mit einem Menschen der in der Regel über 50 Jahre ist. „Wir haben die Regeln aber etwas gelockert, man kann auch mitmachen, wenn man unter 50 ist“, sagt Leisen. Die jüngeren Tandems (zumeist Studenten) sind dann in der Regel bis zu 30 Jahre alt.

Hat sich erst einmal ein Team gefunden, dann werden jede Woche 20 bis 25 Fragen auf die Smartphones der beiden Quizzer geschickt. „Die können sich dann beraten, oft verabreden sie sich zum Telefonat, um die Fragen gemeinsam zu lösen“, sagt Leisen. Egal ob jung oder alt, die Teilnahme ist für alle kostenlos.

Die Fragen wählen er und sein Team so aus, dass abwechselnd die jüngeren und die älteren besser bescheid wissen und so ein Mix entsteht. Es gebe dann dementsprechend zum Beispiel Fragen die sich um aktuelle Comicsendungen wie Futurama, oder Family Guy drehen und es gibt auch fragen die ältere Menschen vielleicht besser beantworten können. „

„Wer mitmachen will, kann sich bereits mit einem Tandem-Partner anmelden, oder auch ohne“, sagt Leisen. Der- oder diejenige braucht nur ein Smartphone und in der Woche minimal 25 Minuten Zeit zum Beantworten der Fragen.

Über die Homepage des Projektes (www.smartphone-tandem.de) oder telefonisch unter 04441-15186 können sich Interessierte anmelden. Dann bekommt man alle Instruktionen zugeschickt. Unter anderem wird auch erklärt, wie man die Quiz-App herunterlädt und sich anmeldet und wie man Kontakt mit seinem Tandem-Partner aufnehmen kann. Dann geht es los. Zehn Wochen lang bekommt man wöchentlich andere Fragen aus anderen Bereichen gestellt. Und es gibt auch etwas zu gewinnen.

Am 20. April hatten Leisen und die anderen mit der ersten Runde gestartet. 13 Tandems gingen gemeinsam an den Start. „Die bekommen dann einen Klassennamen und jeder Teilnehmer bekommt eine Schüler-ID“, sagt Leisen. Und nach jeder Woche wird der Senior oder die Seniorin mit einem kleinen Sachpreis geehrt, der oder die als beste abgeschnitten hat. Für die jüngeren Teilnehmer gibt es nach den zehn Wochen 15 Euro für die Teilnahme an einer Studie und eine hochwertige Ehrenamtsbescheinigung

Am 4. Mai startete bereits die zweite Runde, mit zehn Tandems. „Fast ausschließlich wurde das Quiz zusammen gelöst“, berichtet Leisen. Weitere Quizrunden starten alle zwei Wochen.Am 4. Mai startete bereits die zweite Runde, mit zehn Tandems. „Fast ausschließlich wurde das Quiz zusammen gelöst“, berichtet Leisen. Weitere Quizrunden starten alle zwei Wochen.

Dem Quiz-Projekt ging ein anderes Projekt voraus, das „Smartphone-Tandem“. Dabei haben jüngere Menschen ältere Menschen fit in Sachen Smartphone-Bedienung gemacht. Beide Projekte laufen unter der Leitung von Prof. Dr. Vanessa Mertins (Fach Management Sozialer Dienstleistungen), in dem auch Leisen und sein Kollege Devin Kwasniok als Forscher mitwirken. „Wir beide nutzen Forschungsergebnisse aus dem Projekt für unsere Promotion“, so Leisen.

Das Projekt wird ermöglicht durch die Förderung als Forschungsprojekt aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der Volkswagen Stiftung. Die Kreisvolkshochschule Vechta und das deutschlandweite Digitalkompassprogramm unterstützen das Projekt mit ihrem Know-How und Netzwerk. Federführend hierbei ist Julian Hülsemann. Bei dem Projekt wird zudem jüngst mit den Maltesern (Offizialatsbezirk Oldenburg) kooperiert. Eine weitere Kooperation ist mit der Freiwilligenagentur Bremen geplant.

Anmeldungen für die nächsten Runden nimmt das Projektteam noch an. Auch unabhängig von Corona soll das Projekt weiterlaufen. Im Fokus der Forschung steht der Austausch zwischen den Generationen und die digitalen Kompetenzen. Gerade jetzt soll den Nutzern aber auch etwas drittes entgegenkommen: Das Projekt ist eine ideale Freizeitbeschäftigung mit null Prozent Corona-Ansteckungsgefahr.