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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

Kein Vertrauen in Nutztierhaltung

28.06.2019

Vechta Wie und mit welchen realistischen Instrumenten kann es der Agrar- und Ernährungsbranche gelingen, dem Verbraucher die moderne Nutztierhaltung näherzubringen? Das machte Dr. Johannes Simons von der Rheinischen Universität Bonn im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung jetzt im Kreishaus Vechta deutlich. Eingeladen hatte das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) unter Vorsitz von Uwe Bartels. Simons war maßgeblich an der Studie „Social Lab“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beteiligt, welche die Kritik an der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung durch unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen untersucht hat.

Eine rein sachorientierte Kommunikation sei nicht ausreichend, um mehr Akzeptanz für die Nutztierhaltung zu erreichen, so Simons. Vielmehr müsse die Branche versuchen, die Widersprüchlichkeit und die Wahrnehmung des Verbrauchers zu verstehen. Dabei spielten Sehnsüchte und Ängste der Gesellschaft eine wesentliche Rolle. Die Wahrnehmung und Akzeptanz der Nutztierhaltung werde nicht durch Sachlogik, sondern durch eine sogenannte Psycho-Logik bestimmt. Verbraucher und Bürger wüssten wenig oder gar nichts über Nutztierhaltung und entwickelten deshalb Ängste. Daher rät Simons der Branche, vielmehr die Probleme der Verbraucher anzuerkennen, Aktivitäten mit guten Geschichten zu präsentieren und Gemeinsamkeiten mit Verbrauchern herauszustellen. „Keinesfalls sollte die Branche ihre Herausforderungen kleinreden oder negieren, sonst entsteht ein absoluter Vertrauensbruch auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen“, so Simons.

Bartels sieht mit dieser Aussage die Arbeit des AEF bestätigt. Seit Jahren plädiere das AEF für eine offene und ehrliche Kommunikation. Probleme würden selbstkritisch angesprochen und innerhalb seiner Arbeitsgruppen arbeite das AEF aktiv an Lösungsansätzen. Exemplarisch nannte Bartels die Antibiotikareduzierung mit dem Projekt aniplus und das Thema Ferkelkastration. Er wies zudem auf das AEF-Positionspapier zu dem geplanten staatlichen Tierwohllabel des BMEL hin. Darin beschreibt das AEF einen Weg, um dem Verbraucher eine glaubwürdige Orientierung für mehr Tierwohl zu geben, verbunden mit einer hohen Marktdurchdringung und der Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen und Struktureinbrüchen. „Wir sind hoch erfreut, dass die niedersächsische Landesregierung sich unseren Argumenten gegenüber aufgeschlossen gezeigt und diese Positionen in ihrem Entschließungsantrag für die nächste Bundesratssitzung in dieser Woche bekräftigt hat“, so Bartels. Er hofft auf Unterstützung dieses Antrag von allen Bundesländern.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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