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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

„Unvernünftige“ Beiträge bringen Aufmerksamkeit

02.02.2018

Vechta „Die Apps ,Whats­­App‘, ,Facebook‘, ,Instagram‘ oder ,Snapchat‘ sowie Smartphones oder Tablet-PCs sind für junge Menschen von heute so selbstverständlich wie für ihre Eltern essen, trinken oder schlafen“, sagt Hartmut Heinen, Erster Kreisrat des Landkreises Vechta. „Doch wie soll eine Erwachsenengeneration Kindern und Jugendlichen schließlich einen kompetenten Umgang mit Internet und Smartphones vermitteln, wenn es ihnen an Erfahrungen fehlt?“ Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, waren rund 120 Personen der Einladung des Jugendamtes gefolgt, das im Rahmen des Präventionsjahrs Moritz Becker ins Kreishaus nach Vechta geladen hatte.

Becker ist Sozialpädagoge, Eltern-Medien-Trainer sowie selbst Vater und arbeitet für den Verein „smiley“, ein Verein zur Förderung der Medienkompetenz. Direkt zu Beginn der Veranstaltung gab er zu verstehen, dass es heute sein Job sei, den Besuchern zu erklären, warum Max und Lisa das Smartphone wichtiger erscheint, als vielen Erwachsenen. Max und Lisa sind zwei Figuren, die exemplarisch für die Jugendlichen von heute stehen.

Das Problem mit digitalen Medien und sozialen Netzwerken ist: „Wir sind die erste Elterngeneration, die Max und Lisa etwas beibringen soll, was wir selber nicht gelernt haben“, so Becker. Daraus ergebe sich die Frage, wie man Max und Lisa trotzdem adäquat erziehen können.

Becker schildert auf humorvolle Weise seine Erfahrungen, die er während verschiedener Medienkompetenz-Trainingseinheiten in Schulen erlebt hat. Es gibt viele Lacher, viele Besucher erkennen in seinen Ausführungen ihre Kinder, Enkelkinder oder Schüler wieder. Doch neben diesen Ausführungen stellt Becker deutlich heraus: „Jugendliche brauchen Anerkennung, nicht Aufmerksamkeit. Dies verwechseln viele Eltern häufig.“

Und wenn sie keine Anerkennung erhalten, dann versuchen sie wenigstens Aufmerksamkeit zu bekommen. Dazu dienen ihnen die sozialen Medien. „Veröffentliche ich hier etwas maximal Unvernünftiges, etwas Radikales, etwas Rassistisches, dann gibt es immer eine Gruppe von Menschen, die mir Aufmerksamkeit schenkt“, schildert Becker. Deshalb gäbe es in den sozialen Netzwerken auch so viele „unvernünftige“ Beiträge. Weiterhin, so Becker, suchen Kinder und Jugendliche stets nach stabilisierenden Faktoren, denn dies sei existenziell für die Persönlichkeitsentwicklung. Heutzutage holen sich Jugendliche diese Anerkennung über die Sozialen Medien. Die „Gefällt mir“-Funktion sei schließlich eine stabilisierende Funktion. Häufig komme dann aber das Problem dazu, dass das Bedürfnis nach „Likes“ größer ist, als das Bedürfnis nach Privatsphäre. Damit zum Beispiel keine unangemessenen Fotos hochgeladen werden, sei es wichtig, Kindern so etwas nicht generell zu verbieten, sondern über die Art des Fotos zu sprechen.

Becker stellte heraus, wie wichtig es ist, Kinder sorgsam an die digitalen Medien heranzuführen. Es nütze nichts, wenn man seinem Kind Jahre lang ein Smartphone verbiete und ihm dann im Alter von zehn Jahren ein solches gibt und erwartet, dass es weiß, wie es damit und den damit verbundenem Zugang zum Internet und sozialen Netzwerken umzugehen hat.

Peter Linkert
Redaktionsleitung Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2800

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