Vechta - Am vergangenen Donnerstag kam die Bestätigung vom Gesundheitsamt Vechta: Es gibt erste Fälle von Masern im Landkreis. Das Virus sei bei drei Mitgliedern einer Familie ausgebrochen. Die Ansteckung sei laut Kreissprecher Jochen Steinkamp im Ausland erfolgt. „Kein Mitglied dieser Familie ist in einer Gemeinschaftseinrichtung wie beispielsweise Schulen, Kindergärten, Krippen oder Tagespflegeeinrichtungen“, so Steinkamp.
Seit knapp sechs Jahren ist das Virus nicht mehr im Landkreis Vechta registriert worden, der letzte Fall von Masern trat hier 2013 auf. „Die Masern“, wie sie im Volksmund heißen, sind eine hochinfektiöse, potenziell lebensgefährliche Viruserkrankung, die von Mensch zu Mensch übertragen wird. Selbst aus einigen Metern Entfernung können sich Erreger beim Sprechen, Niesen oder Husten verbreiten. Das Problem: Die typischen, grippeähnlichen Symptome der Masern wie hohes Fieber, Husten, Schnupfen oder Rachenentzündung treten erst nach zehn bis zwölf Tagen auf. Zwei bis drei Tage später folgt der typische Hautausschlag, beginnend im Gesicht und hinter den Ohren. Ansteckend sind erkrankte Personen aber bereits drei bis fünf Tage bevor der rote Ausschlag auftritt.
Betroffen sind vor allem Kinder und junge Erwachsene. Von einer ausschließlichen Kinderkrankheit, kann dabei nicht mehr gesprochen werden. Das sagt auch Dr. Holger Scharlach vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) in Hannover. „Aktuell sind seit Jahresbeginn 29 Fälle von Masern in Niedersachsen registriert worden – im gesamten Jahr 2017 waren es hingegen nur 18.“ Viele der Erkrankten seien 20 und älter – in dieser Altersklasse sei es also besonders wichtig, zu überprüfen, ob ein ausreichender Impfschutz gegeben ist, rät Scharlach. Er gehe davon aus, dass noch weitere Fälle dazukommen.
Im Landkreis Vechta sei die Impfquote gut, heißt es von Seiten der Kreisverwaltung. In der Saison 2017/2018 verfügten beispielsweise nur 1,8 Prozent (Vorjahr: 2,1 %) der 1 536 (2017: 1.503) Schulanfänger über keine Masernimpfung, 95,2 % waren mit zwei Impfungen vollständig gegen Masern geimpft (Vorjahr: 94,5 %).
Beratungen zu Impfungen würden im Gesundheitsamt des Landkreises bei allen Untersuchungen, Begutachtungen oder Schuluntersuchungen stattfinden, so Steinkamp. „Zudem sind alle Ärzte dazu aufgerufen, den Impfschutz im Auge zu behalten. Dies gilt auch für alle ausländischen Bürger, die im Landkreis leben. “
Ab dem circa zehnten Lebensmonat ist die „MMR-Impfung“, die Immunisierung gegen Mumps, Masern und Röteln möglich. Zwei Impfdosen sind nötig, um einen lebenslangen Impfschutz zu erhalten. Das größte Risiko für die Verbreitung von Masern und Mumps geht von Menschen aus, die auf Reisen waren und nicht ausreichend geschützt beziehungsweise geimpft waren. Ausführliche Informationen gibt es im Internet.
