VECHTA - Familienfreundlichkeit ist in den Firmen des Oldenburger Münsterlandes noch kein vordringliches Thema. Jedoch haben gerade größere Firmen erste Programme zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestartet. Das hat der Überbetriebliche Verbund Oldenburger Münsterland im Vechtaer Beraterhaus „Lüschen & Partner“ betont.
Funktionierende familiäre Strukturen und das Festhalten an Traditionen sieht Geschäftsführerin Elisabeth Seelhorst als Grund für die Entwicklung des hiesigen Raumes. „Kleinere und Familienunternehmen reagieren häufig sehr flexibel auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter, etwa bei der Kinderbetreuung oder der Arbeitszeitgestaltung“, ergänzt der Verbund-Vorsitzende Peter Kuhlmann-Warning. „In größeren Unternehmen gibt es immer häufiger spezielle Programme, um Eltern die Rückkehr zum Arbeitsplatz zu erleichtern“, weiß er. Nach den Regularien stellte die Diplompädagogin Sandra Köper-Joksch (Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft) familienfreundliche Maßnahmen vor.
In ihrem Bericht analysierte Seelhorst das Geschäftsjahr 2008. Danach zählte der Verbund 91 Mitgliedsbetriebe mit etwa 13 700 Beschäftigten und einer Frauenquote von mehr als 50 Prozent. 230 Frauen, die nach der Familienphase in den Beruf zurückkehren oder sich neu orientieren wollten, suchten Rat. Das bedeutet gegenüber 2007 ein Plus von 59 Klientinnen. Das führen die Verantwortlichen auf die Eröffnung der zweiten Geschäftsstelle in Cloppenburg und Betreuungsverbesserungen vor Ort zurück.
Einen weiteren Akzent setzten eigene Weiterbildungen und die Förderung von Frauen in Kursen externer Träger. Unterstützt wurden dabei 418 Frauen. Für die Zukunft sieht die Verbund-Führung Familienfreundlichkeit als wichtigen Familien- und Wettbewerbsfaktor: „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist auch das Oldenburger Münsterland auf eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen angewiesen.“
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