Vechta - Eine Wand im Büro der Norle gGmbH an der Zweigstelle Vechta zieren zahlreiche farbige Handabdrücke. Sie stammen von der Einweihung im Jahr 2009, als die gemeinnützige Gesellschaft der Norle (Normales Leben) ein neues Büro mit Begegnungsraum in der Kreisstadt eröffnet hat. Hände sind eine passende Metapher: „Im Alltag an die Hand nehmen“ wollen die Mitarbeiter jene Menschen, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen Hilfe benötigen, wie Matthias Hartmann, Norle-Regionalleiter Süd, erzählt. In diesem Jahr feiert die Norle ihr 20-jähriges Bestehen. In Vechta gibt es dazu am Sonnabend, 19. September, von 14 bis 18 Uhr im Büro an der Großen Straße 85 einen Tag der offenen Tür.

Gegründet wurde die Gesellschaft 1995 in Großenkneten durch die Diplompädagogin Margrit Haselei. Ein umfassendes dauerhaftes Hilfesystem zum selbst bestimmten Arbeiten, zur Freizeitgestaltung und zum Wohnen ist mit den Jahren in vielen Landkreisen Nordwestdeutschlands entstanden.

In Vechta kümmern sich aktuell zwölf Mitarbeiter um 50 Kunden. Die Betreuung ist dabei so individuell wie die Menschen, denen geholfen wird. „Wir versuchen, den Bedürfnissen jedes Einzelnen gerecht zu werden. Für manche Menschen ist es ein Erfolg, eine Tasse hochheben zu können. Anderen fällt es zum Beispiel schwer, laut und deutlich ,Hallo’ zu sagen“, sagt Christoph Arlt, Gruppenleiter in Vechta.

Gerade der Bedarf nach behindertengerechten Wohnmöglichkeiten sei in den vergangenen Jahren gestiegen. „Früher war es so, dass behinderte Menschen meist zu Hause gepflegt wurden. Heute rücken Wohnkonzepte, die Selbstständigkeit ermöglichen, stärker in den Blickpunkt“, berichtet Hartmann. Die ambulanten Hilfen der Norle bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungen, die bei ihren Eltern leben, spezielle Förderprogramme an. Das Ziel: „Das Leben so normal wie möglich führen“, so Hartmann.

Zum Tag der offenen Tür am 19. September laden die Mitarbeiter alle Interessenten ein. Die pädagogische Leiterin der Norle, Bianca Grafe, wird ebenfalls vor Ort sein und neben einem Rundgang durch die Räume und der Vorstellung der Arbeit der Gesellschaft auch Informationen zum Thema Wohnen, Eingliederungshilfen und zum Kreativ-Programm anbieten.