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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Vechta

KONZERT: „Vokalpracht der Renaissance“ in St. Laurentius

13.09.2007

LANGFöRDEN Mit dem Auftritt des britischen Gesangsensembles „The Sixteen“ in der St.-Laurentius-Kirche (Langförden) hat das Musikfest Bremen erstmals in seiner 19-jährigen Geschichte Vechta in die Liste seiner Veranstaltungsorte einbezogen. Briten und Bremer in St. Laurentius: Da musste der Hausherr, Pfarrer Ernst Halbe, die Erschienenen in seiner Begrüßung vorsorglich mahnen, sich der sakralen Bestimmung des Ortes entsprechend zu verhalten.

Dabei gab das Erscheinungsbild des Publikums zu Befürchtungen keinen Anlass. Programm wie Ausführende garantierten hinreichend Qualität. Unter dem Titel „Vokalpracht der Renaissance“ standen Motetten und ein Requiem des gegenreformatorisch bewegten Spaniers Tomas Luis de Victoria, eines Palestrina-Zeitgenossen, auf der Agenda. Und die Interpreten, weltweit gefeiert und hoch dekoriert, huldigen seit jeher sakraler Musik, die sie auf ihren Tourneen, „choral pilgrimages“ (chorische Pilgerfahrten) genannt, hingebungsvoll zu zelebrieren pflegen.

Auch in St. Laurentius wussten „The Sixteen“ (in Wirklichkeit waren es 18: sechs Sopranistinnen, zwölf Männer, je drei in den Lagen Alt, Tenor und Bass), sich zu benehmen. Mehr noch: Unprätentiös im Auftreten, frei von aufgesetztem Pathos und gesanglichen Schlacken, schlicht und würdig, stellten sie sich in den Dienst der Textaussage und der gestalterischen Ziele des Komponisten. So zeigte sich die Klangkultur des Ensembles zum Versenken schön: vom ätherischen Pianissimo bis zum bezwingenden Fortissimo umgreift ein körperhafter Chorklang die Bögen und Linien, spreizt, fächert sie auf, führt sie naturhaft fließend wieder zusammen. Feinste dynamische Nuancierungen und sensible Wechsel der Farben, meisterhafte Vielstimmigkeit und bezwingende Beweglichkeit befördern die Durchhörbarkeit – Ton für Ton.

Da illuminiert ein Diskant aus Sopran und Alt, der, mild sich reibend, über allem hell schwebt, die Düsternis der tiefen, erdigen Lagen mit verheißungsvollem Licht. Dort wächst aus klarer Monodie ein Dialog, aus ihm unversehens Polyphones, farbenprächtig blüht es auf, entrückend fein und dicht gewebt. Und doch, bei aller Perfektion, sind die da vorne keine Gesangsmaschinen, sondern Menschen geblieben. Menschen, die, etwa bei den Flankenwechseln, die die Alti ein ums andere Mal zu vollführen hatten, einander anlächelten. Menschen wie ihr engagierter Leiter Harry Christophers, der sich der Musik mit dem ganzen Körper hingab.

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