Vechta - Zwar ist die Reihenhausdichte im Oldenburger Münsterland wohl um Vieles niedriger, als im Kölner Stadtteil Nippes, doch das Publikum fand sich zigfach wieder, im Programm von Maria Vollmer. Als „Marianne“ begeisterte die Trägerin von Kleinkunstpreisen, wie dem „Reinheimer Satirelöwen“ (2009) oder der „Heilbronner Lorbeeren“ (2007), mit ihrem Soloprogramm „Sex & Drugs im Reihenhaus“ am Mittwochabend in der Aula der Universität Vechta.
Aus dem prallen Leben
Organisiert hatten die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises und der Universität Vechta sowie der Städte Lohne und Vechta. Ein gut 320-köpfiges Publikum, darunter auch Quotenmänner, genoss Vollmers Bericht über ein „Leben als Hausfrau und zweifache Mutter an der Neusser Straße in Nippes“ in vollen Zügen. Eingestimmt auf Episoden, wie den täglichen „Guten-Morgen-Stau“, vor Gesundheit strotzende „Öko-Einkaufs-Touren“ oder „nackte Tatsachen“, die sich beim Blick aus dem Reihenhaus-Fester ganz ungewollt offenbaren hatte die 100 000 Volt-Frau Vollmer das Publikum als „Frau Antje“, die Klischee-Holländerin an sich.
Männer im Visier
Wie nicht anders zu erwarten, bekam auch das starke Geschlecht, dabei allen voran „Mariannes“ Gatte „Rainer“, sein Fett ab: „Es ist ja nicht zu glauben, was Männer so mit ihrem Körper anstellen. Wenn sie sich unbeobachtet fühlen, geben sie vor dem Spiegel den Tarzan“. Das saß, verletzte aber nicht, und ließ Raum zum über sich selbst lachen .
Und Vollmer konnte noch mehr. Die Bandbreite ihre Fähigkeiten ließ die Kabarettistin erahnen, als sie ihren Zuhörern den Blues gab. In bester Tina Turner-Manier präsentierte „Marianne“ ihre ganz persönliche Version des Welthits „Nutbush City Limits“. Applaus!
