Vechta - Donnerstag, 10.45 Uhr: Obwohl eigentlich seit 15 Minuten Kaffeepause sein sollte, folgen 160 Zuhörer, alles Pädagogen, die an den verschiedensten Schulen unterrichten, in der Aula der Universität Vechta aufmerksam dem Redner. Am Pult steht der Hauptreferent des inzwischen 14. Religionslehrertages, Prof. Klaus von Stosch.
ins Detail schauen
Der Paderborner Theologe und Buchautor spricht über „Komparative Theologie“. Dahinter verbirgt sich der Vergleich von Vorstellungs- und Praxisformen verschiedener Religionen. Dabei setzt von Stosch nicht etwa darauf, das Christentum mit dem Islam zu vergleichen. Er regt einen offenen Dialog an und schlägt vor, ins Detail zu schauen. Das bedeutet zum Beispiel Gastfreundschaft für mögliche Wahrheiten des Gegenüber zu gewähren. Oder anders gesagt, der Redner tritt für eine Wertschätzung das Anderen ohne die Aufgabe des Eigenen ein.
Das sind Gedanken, die zu Diskussionen anregen. Das zeigt sich etwa in der schließlich mit Verspätung eingeläuteten Pause. Die verbringen die aus dem gesamten Oldenburger Land angereisten Teilnehmer, unter ihnen allein etwa 40 Gymnasiallehrer, im Erfahrungsaustausch oder beim Blättern in Fachliteratur. Dazu lädt ein in der Hochschulgalerie aufgebauter Stand der Vechtaer Buchhandlung Vatterodt ein. Anschließend stellt sich der Referent in der Aula Fragen aus dem Publikum.
Am Nachmittag stehen zwölf Arbeitskreise auf dem Programm. Sie sind individuell aufgebaut und auf die unterschiedlichen Schulformen zugeschnitten. Thematisch beschäftigen sie sich etwa mit dem „Theologisieren mit Kindern und Jugendlichen im Religionsunterricht“, oder versuchen, „Impulse zur religionskritischen Reflexion in der Oberstufe“ zu geben.
Fortsetzung folgt
Federführend organisiert hat das Kooperationsprojekt Religionslehrertag Matthias Soika von der Schulabteilung im Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta. Mit von der Partie war ein Team aus schulischen Lehrkräften und Religionspädagogen der Universität. Soika zeigt sich zufrieden, mit der Veranstaltung. Die Resonanz war größer als sonst. Etwa 40 zusätzliche Anmeldungen waren eingegangen. Das hat vermutlich an der aktuellen Thematik gelegen. Vor diesem Hintergrund stehen die Zeichen gut für eine 15. Auflage 2014.
