Vechta - „Es ist alles gut im Oldenburger Münsterland.“ Harald Büge, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Vechta, hat an seinem letzten Arbeitstag in Vechta eine positive Bilanz des Geschehens am Arbeitsmarkt gezogen. Allerdings weiß er sehr wohl, dass die Arbeitgeber immer größere Schwierigkeiten haben, Fachkräfte zu rekrutieren und sein Fazit eher die andere Seite des Markts betrifft.
Und die sieht so aus: weniger Arbeitslose im November als im Vormonat und mehr Qualifizierungen auch für Flüchtlinge. Menschen mit Handicap profitieren allerdings weniger vom guten Arbeitsmarkt. Konkret heißt das: 8168 Arbeitslose, was einer Quote von 4,6 Prozent entspricht. Im Vorjahr waren es allerdings nur 4,3 Prozent, was Büge und Heinrich Hoppe, Geschäftsführer des Jobcenters im Landkreis Vechta, mit der relativ hohen Zahl der Flüchtlinge im Oldenburger Münsterland erklären. Ein zweiter Effekt ist der Brand bei Wiesenhof in Lohne, der vorübergehend rund 300 Personen zum Arbeitsamt gebracht hat.
„Die Beschäftigung und der Personalbedarf sind weiter überdurchschnittlich hoch. Davon profitieren die Arbeitssuchenden, auch Personengruppen wie Langzeitarbeitslose. Positiv wirkt auch die Erhöhung der Qualifizierungsintensität, unter anderem mit speziellen Kursen für Flüchtlinge“, so Büge. Aber nicht alle profitierten von den guten Rahmenbedingungen. „Besonders bei der Einstellung von Menschen mit Handicaps tun sich Betriebe schwer. Zwar gelingen auch hier berufliche Integrationen, aber insgesamt stagniert die Zahl seit Jahren“, bedauerte der Noch-Chef.
Dem Arbeitgeberservice wurden im November 821 neue Stellen gemeldet. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 14. Vorne liegen die Bereiche Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau (107 neue Stellen), Führen von Fahrzeug- und Transportgeräten (68) sowie Kunststoff- und Holzherstellung/-verarbeitung (64).
