Vechta - Die Wirtschaft im Oldenburger Münsterland boomt. Doch während die Unternehmen immer reicher würden, kämen einige Arbeitnehmer kaum über die Runden, bemängelte Audra Brinkhus-Saltys. Mit Blick auf Leiharbeit und fehlende Tarifverträge sprach die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Kreisverband Vechta am Montag, bei der Maikundgebung in Vechta, von einer Klassengesellschaft, die „in der Region ausgelebt wird“.
Erstmals hatten sich für die Veranstaltung auf dem Europaplatz Gewerkschaften und katholische Verbände zusammengeschlossen. „Wir haben ein gemeinsames Ziel“, so Brinkhus-Saltys, „nämlich Veränderungen für die hiesigen Arbeitnehmer herbeizuführen.“ Unter dem Motto „Reicher Landkreis – arme Arbeitnehmerschaft“ machten unter anderem Vertreter des Netzwerkes für Menschenwürde in der Arbeitswelt (MidA), der Arbeitslosenselbsthilfe Landkreis Vechta (ALSO), der Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der IG Metall Lohne, der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) Landkreis Cloppenburg und des Beratungsbüros „Faire Mobilität“ auf aktuelle Missstände aufmerksam. Organisiert hatte die Veranstaltung der DGB.
Mit der Resonanz zeigten sich die Organisatoren am zufrieden. Brinkhus-Saltys freute sich vor allem über die Gewerkschafter, die sich versammelt hatten. „Viele wollen jetzt mitmachen, haben das Gefühl, dass endlich etwas passieren muss“, erklärte sie.
