Oldenburg - Zu brav, zu bieder, zu naiv: Die Regionalliga-Fußballer des VfB Oldenburg haben am Sonntag einen intensiven Schlagabtausch mit dem SV Meppen vor 1799 Zuschauern mit 1:2 (1:2) verloren. Die Gastgeber verpassten es, die Sorgen um den Klassenerhalt durch einen Erfolg gegen den Erzrivalen weiter zu minimieren. Die Emsländer präsentierten sich im Prestigeduell als das cleverere Team und schoben sich durch den Auswärtserfolg auf Platz vier vor.

„Ein verdienter Sieg“, sagte VfB-Coach Predrag Uzelac, für den es die zweite Niederlage in seiner Amtszeit in Oldenburg war. In den fünf vorherigen Partien hatte sein Team zehn Zähler eingefahren und sich von den Abstiegsplätzen distanziert. „Wir können froh sein, dass wir die geholt haben. Wir haben acht Punkte Vorsprung nach unten – das ist das Wichtigste“, sagte der 48-Jährige nach dem letzten Spiel in 2014.

„Wir gehen mit einem Lächeln in die Pause“, meinte Meppens Trainer Christian Neidhart, dessen Team den Gastgebern mit intensiven und teilweise über das erlaubte Maß hinausgehenden Attacken schnell den Schneid abgekauft hatte. Schiedsrichter Viatcheslav Paltchikov hatte viel zu tun und das Spiel nicht immer im Griff. „Meppen war bissiger“, meinte Uzelac, der sich von seinen Spielern deutlich mehr Präsenz und Robustheit wünscht.

Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit hätte am Sonntag auch nicht geschadet. In der 11. Minute ließ die VfB-Abwehr Diego Rodriguez-Diaz bei einem Freistoß sträflich allein. Der Angreifer hatte am langen Pfosten keine Mühe, das 1:0 zu erzielen.

Danach hatten die Oldenburger bei zwei Chancen von Martin Wagner und Rodriguez-Diaz zunächst Glück, kassierten dann aber doch das 0:2. Nach einem Patzer von Florian Stütz, der nach der Verletzung von Karlis Plendiskis als Innenverteidiger aushalf, kam Max Kremer frei durch, umkurvte Keeper Christian Gropius und traf. Im Gegenzug gelang Paul Kosenkow nach einer Flanke von Christopher Braun das schnelle Anschlusstor (25.). Kurz vor der Pause vergaben Pierre Merkel und der für Stütz eingewechselte Nils Laabs (zog sich später eine schwere Knöchelverletzung zu) innerhalb kurzer Zeit Chancen auf das 2:2 (45.).

Es blieb nach dem Wechsel ein intensives Prestigeduell, doch es gab nur wenige Torszenen. Kurz nach der Pause verpasste Franko Uzelac bei einem Kopfball aus spitzem Winkel den Ausgleich (51.). Sieben Minuten später drosch Merkel den Ball nach einem Konter übers Tor. In der Schlussphase vergaben Viktor Maier (72., 83.) und Wagner (90.) die Entscheidung, ehe Merkel bei einem Kopfball nach einem Eckball die letzte Ausgleichschance der Oldenburger ausließ (90.+1).

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion