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NWZonline.de Sport Handball 1. Bundesliga, Frauen VfL Oldenburg

VfL-Mannschaft verdient diesen Namen nicht

29.12.2018

Oldenburg Das obligatorische Mannschaftsfoto unmittelbar nach Spielschluss mit einer bunten Kinderschar konnte nur gestellt wirken. Das Lächeln von Angie Geschke und Co. nur gequält. Auf dem Bild vereint war am Donnerstagabend in der kleinen EWE-Arena eine Ansammlung von 14 Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg, aber eben keine Mannschaft. Um das zu erkennen, musste man in den 60 Minuten zuvor kein Handballexperte gewesen sein.

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Die VfL-Frauen hatten sich entgegen allen vollmundigen Versprechungen bei der 22:28-Heimpleite gegen die keineswegs überragende HSG Bad Wildungen als ein erschreckend schwach harmonierendes Team präsentiert.

Tacheles reden wollte bei Spielschluss keiner so richtig. Zu tief saß der Ärger. Und das war schon die einzige Gemeinsamkeit an diesem Abend. Indes ließ eine Aussage von Torfrau Julia Renner tief blicken: „Wir haben uns nicht an die Absprachen gehalten. Das müssen wir ändern“, meinte die Nummer eins. Die Spielerinnen auf dem Feld, aber auch Trainer und Spielerinnen funktionieren aktuell nicht als Team.

Abstiegskampf droht

Hier besteht ganz offensichtlich Redebedarf vor dem schweren Auswärtsspiel an diesem Samstag (19 Uhr) beim Titelaspiranten SG Bietigheim und vor dem nächsten Heimauftritt gegen den TV Nellingen (6. Januar, 16.30 Uhr). Gehen beide Partien verloren – in Bietigheim ist davon nach den bisherigen Auswärtsvorstellungen des VfL auszugehen – steckt der amtierende Pokalsieger mittendrin im Abstiegskampf.

2010 Besucher hatten gegen Bad Wildungen für eine eindrucksvolle Atmosphäre gesorgt. Aber selbst diese Saison-Rekordkulisse konnte nicht den ligaweit gefürchteten Teamgeist und die Leidenschaft der VfL-Frauen entfachen. Die Erfolgsquote aller Offensivbemühungen durfte durchaus als „unterirdisch“ bezeichnet werden. Sie betrug 37,9 Prozent, sprich: 58 Angriffe führten gerade einmal zu 22 Treffern.

Spielerinnen rufen Potenzial nicht ab

Frust statt Motivation: Dieser Eindruck drängte sich zumindest auf, wenn man eine Einzelkritik bei den VfL-Spielerinnen vornimmt. Einzig Kreisläuferin Cara Hartstock brachte halbwegs eine bundesligataugliche Leistung. Alle anderen Oldenburgerinnen riefen ihr Potenzial nicht vollends ab. Kapitänin Kim Birke fiel als Führungskraft aus, hadert die 31-jährige Linksaußen doch seit Wochen mit ihrer schlechten Trefferquote. Angie Geschke wirkte unkonzentriert und mitunter als Fremdkörper. Myrthe Schoenaker, sonst ein Garant für viele Tore, bekam das Spiel und sich nicht in den Griff.

Isabelle Jongenelen quälte sich mehr schlecht als recht über das Spielfeld. Kristina Logvin fehlte ebenso die Bindung zum Spiel wie Helena Mikkelsen, die beide oft viel zu ungestüm agierten. Jenny Behrend wiederum rieb sich auf, ohne sich aber groß in Szene setzen zu können. Auch Trainer Niels Bötel räumte später ein: „Viele Spielerinnen haben ihre Leistung nicht gebracht. Das aber ist in der Bundesliga absolut nötig, wenn man überhaupt ein Spiel gewinnen will.“

Dass in so einer verzwickten Lage die talentierten Nachwuchskräfte Jane Martens, Lisa-Marie Fragge, Marie Steffen und Lina Genz keinen Halt finden, muss nicht erwähnt werden. Nicht nur ihnen fehlten nach der langen EM-Pause Führungspersönlichkeiten im VfL-Spiel. Und so wird das Trainerteam um Bötel und Andreas Lampe nicht umhinkommen, sich schnellstens mit einer total verunsicherten Mannschaft wieder auf eine gemeinsame Linie einzuschwören.

Otto-Ulrich Bals
Redaktionsleitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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