• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Handball 1. Bundesliga, Frauen VfL Oldenburg

VfL-Frauen erleben Berg- und Talfahrt in Hinrunde

12.02.2019

Oldenburg Sportlich wie emotional: Die Handballerinnen des VfL Oldenburg absolvierten eine rasante Berg- und Talfahrt durch die Bundesliga-Hinrunde. Sie endete da, wo das Team von Trainer Niels Bötel leistungsgerecht hingehört – auf Platz neun. „Für meinen Geschmack haben wir zwei, drei Punkte zu wenig geholt. In Göppingen und in Neckarsulm haben wir etwas liegen gelassen“, lautet das Fazit von Bötel vor dem Rückrundenstart an diesem Sonntag gegen den SV Union Halle-Neustadt (16.30 Uhr, kleine EWE-Arena).

Was fiel auf in der Hinrunde? Wo hat der VfL gepatzt, wo hat er überrascht? Gibt es Gewinner und Verlierer in der Mannschaft? Und was kann der Pokalsieger noch leisten? Die NWZ gibt die Antworten.

Die Tops:

Der erste Höhepunkt für den neuformierten, jungen VfL stand vor dem ersten Spieltag an. „Vor 1200 Zuschauern den Supercup spielen zu dürfen, war etwas ganz Besonderes“, sagt Coach Bötel, auch wenn der Pokalsieger beim Meister Thüringer HC glatt mit 23:35 unterlag. Apropos Zuschauer: Der VfL zählte in der Bundesliga 7859 Besucher bei sechs Hinrunden-Heimspielen, 1310 pro Partie. Das ist ligaweit ein Spitzenwert.

Das bislang beste Saisonspiel lieferten die Oldenburgerinnen am 28. Oktober im Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe (35:28) ab. Nicht unerwähnt bleiben darf auch der starke Heimauftritt am zweiten Spieltag im Derby gegen den Buxtehuder SV (31:29) sowie die kompakte und couragierte Vorstellung zuletzt beim 28:28 bei Borussia Dortmund.

Die Flops:

Nach dem gelungenen Saisonstart mit zwei Siegen in Serie folgte ein Negativlauf von 2:14 Punkten, wodurch der Club sogar in Abstiegsnot geriet. In diese Serie fällt auch die bisher schwächste Saisonleistung beim desolaten 19:35 bei Bayer Leverkusen. Ein weiterer Tiefpunkt war zum Jahresende erreicht, als Kim Birke, Angie Geschke und Co. in eigener Halle Bad Wildungen mit 22:28 unterlagen. Wieder hatte das Team nicht als Team funktioniert. Trainer Bötel und Assistent Andreas Lampe reagierten, nahmen fortan taktische Veränderungen vor und führten die Mannschaft in den drei Partien am Hinrunden-Ende (5:1 Zähler) wieder in die Erstligaspur zurück.

Der Traum von der Titelverteidigung endete für den deutschen Pokalsieger indes – nicht unerwartet – in Runde drei mit dem 21:34 bei TuS Metzingen.

Die Gewinner:

Myrthe Schoenaker

Beim Blick auf den Kader sticht ein Name ins Auge: Myrthe Schoenaker (26). Die Neuverpflichtung vom Kobenhavn Handbold hat sich menschlich und sportlich zu einer wertvollen Spitzenspielerin entwickelt. Dabei musste die Niederländerin in der Vorbereitung mit einem Muskelfaserriss aussetzen. Schoenaker zeichnet für das schnelle Spiel des VfL aus der Abwehr heraus ebenso verantwortlich wie für Tore aus dem Rückraum. Mit 58 Treffern (davon elf Siebenmeter) ist sie hinter Geschke (89/39) die zweitbeste VfL-Torschützin.

Einen großen Sprung nach vorn haben zwei Talente gemacht. Die 19-jährige Lisa-Marie Fragge überzeugt als Abwehrspezialistin und Jenny Behrend (23) ist auf dem besten Weg, über kurz oder lang den Rechtsaußenposten in der Nationalmannschaft zu bekleiden. „Jenny hat ihr Abwehrverhalten und Spielverständnis nochmals deutlich verbessert“, lobt Bötel seine pfeilschnelle Außenspielerin.

Die Verlierer:

Trainer Niels Bötel und Angie Geschke

Weil Stammkeeperin Julia Renner (31) eine Gewinnerin der Hinrunde ist, zählt das neuverpflichtete Torfrauen-Talent Annamaria Ferenczi zu den weniger glücklichen VfLerinnen. Die Ungarin bekam kaum Spielanteile, denn Renner brilliert mit einer erstklassigen Quote von im Schnitt zwölf Paraden pro Partie.

Eindeutig auf der Verliererseite beim VfL steht Angie Geschke. Die 33-Jährige hat sich offensichtlich mannschaftsintern ins Abseits manövriert. „Sie tut der Stimmung nicht gut. Angie ist eben Angie“, ist aus dem Umfeld des Teams zu hören. Ihr Eigensinn und ihre Stimmungsschwankungen, die dem Teamgeist und der Formstabilität abträglich sein sollen, führten wohl dazu, den auslaufenden Vertrag mit der 110-maligen Nationalspielerin nicht zu verlängern. Auch wenn der Club sich dazu öffentlich nicht äußern will, so ist doch klar: Wer eine Ausnahmespielerin und sportliches Aushängeschild wie Geschke ziehen lässt, muss triftige Gründe haben.

Der Ausblick:

Personell haben die VfL-Verantwortlichen den Kader noch einmal verstärkt. In der kurzfristig vom Buxtehuder SV verpflichteten Rückkehrerin Malene Staal (27) verfügt Trainer Bötel über neue Möglichkeiten im Rückraum. Die Norwegerin kann auf der Mitte und rechts agieren. Gleichwohl sind die ersten sechs Plätze an Bietigheim, Thüringen, Metzingen, Leverkusen, Buxtehude und Dortmund vergeben. Dahinter spielen die Teams aus Göppingen, Blomberg, Bad Wildungen und Oldenburg die Ränge sieben bis zehn aus.

Mit dem Abstieg wird der VfL nichts zu tun haben, wenn alle Beteiligten die Causa Geschke ausblenden können. Und: Die Teamplayerin par excellence, Kim Birke (31), hat ihr zwischenzeitliches Formtief überwunden. Eine weitere Berg- und Talfahrt möchten sich Trainer und Team ersparen. „Wir wollen in der Tabelle ein, zwei Plätze gutmachen“, gibt Bötel vor.

Otto-Ulrich Bals Autor
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.