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NWZonline.de Sport Handball 1. Bundesliga, Frauen VfL Oldenburg

Auf der Suche nach richtigem Laufweg

03.08.2018

Oldenburg Ein kurzer Blick aufs Smartphone, und sie weiß es wieder. „Mein letztes Handballspiel habe ich mit der österreichischen Nationalmannschaft am 24. März gegen Portugal bestritten“, erzählt Kristina Logvin. Und man hört es gleich aus ihren Worten heraus: Das passt ihr gar nicht.

„Puh, das fühlt sich wie eine Ewigkeit an. Ich will endlich wieder Handball spielen“, stöhnt die junge Frau. Was war passiert? Nachdem der VfL Oldenburg am 20. März den Wechsel von Logvin vom norwegischen Spitzenclub Molde HK zum Bundesligisten bekanntgegeben hatte, passierte es nur vier Tage später im Länderspiel.

Operation im Mai

Die 23-jährige Österreicherin klagte über Schmerzen in der rechten Schulter, konnte nur noch mit Tränen in den Augen spielen. Ende der Durchsage. Eine schier endlos erscheinende Pause schloss sich an. Am 11. Mai schließlich erfolgte ein operativer Eingriff. Seitdem arbeitet sie hart an ihrer Rückkehr. „Natürlich kann Kristina noch nicht voll mitmachen, aber sie ist auf einem guten Weg. Wir werden nichts überstürzen und sie in Ruhe aufbauen“, sagt ihr neuer Coach Niels Bötel.

Mit der Ruhe aber ist das so eine Sache bei seiner Neuverpflichtung auf der wichtigen Spielmacherposition. „Ich bin schnell ungeduldig“, räumt sie ein, die sich aktuell im Training lediglich im Passspiel üben darf. So quirlig Logvin im Spiel agiert, so lebhaft und lebendig präsentiert sie sich auch außerhalb dessen. „Mein Ziel ist es, mit dem VfL unter die Top Sechs der Liga zu kommen“, verkündet sie selbstbewusst.

Testspiel gegen Werder am Sonntag

Ihr neuer Club habe eine ganze Reihe interessanter Spieler-Typen mit unterschiedlichsten Qualitäten, sei deswegen schwer auszurechnen und sehr breit aufgestellt. Wenn auch erst 23 Jahre jung, so kann die Tochter einer berühmten Handball-Mama (Weltklassespielerin Tatjana „Tanja“ Logvin) das schon ein wenig einschätzen, spielte sie doch bereits außer in Leverkusen auch schon in den großen europäischen Ligen in Spanien, Dänemark und Norwegen.

Für sie persönlich heißt es erst einmal: „Jetzt möchte ich so gut wie möglich zurückkommen und mich in meiner Zeit in Oldenburg sportlich weiterentwickeln“, betont die 37-malige Nationalspielerin. Ob im Training oder bei den anstehenden Testspielen an diesem Freitagabend in Blomberg und am Sonntag gegen Werder Bremen, Logvin ist immer dabei. Sie hört aufmerksam zu und studiert die Laufwege der Kolleginnen, wenn Angie Geschke oder die ebenfalls neuverpflichtete Niederländerin Myrthe Schoenaker die Spielmacher-Rolle ausfüllen.

Telefonate mit der Mutter

Derweil hat sie die richtigen Laufwege durch die Oldenburger City noch nicht gefunden. „Oh, das wird dauern. Ich kann mir die Straßennamen nicht merken, und außerdem ist die Fußgängerzone riesig. In Molde gab es gerade einmal eine Hauptstraße“, schwärmt sie von ihrer neuen Wahl-Heimat. Zumal sie sich auch bestens versorgt fühlt. So sei sie „total positiv überrascht“ wie hilfsbereit und nett alle im Club und um den VfL herum zu ihr seien: „Das ist hier voll gut.“

Das hält die junge Frau aber nicht davon ab, zwei- bis dreimal am Tag mit ihrer Mutter zu telefonieren. Die 43-jährige Tanja Logvin arbeitet seit diesem Sommer als Trainerin beim Oldenburger Ligakonkurrenten Union Halle-Neustadt. Verrückt, denn zum Saisonstart am 8. September kommt es – vorausgesetzt Kristinas Schulter ist dann wieder voll belastbar – zum Duell zwischen Mutter und Tochter. „In dieser Situation war ich noch nie. Ich weiß gar nicht, wie wir das dann machen mit dem Telefonieren“, überlegt Kristina.

Ein kurzer Blick zum Smartphone, und sie weiß es: „Nee, dann wird wohl nicht telefoniert.“

Otto-Ulrich Bals
Redaktionsleitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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