Oldenburg - Kira Schnack weiß, worauf es in den nächsten Wochen für den VfL Oldenburg ankommt. „Anstrengend wird es vor allem für den Kopf“, sagt die Rechtsaußen mit Blick auf den Drei-Tages-Rhythmus mit Spielen in der Bundesliga und im Europapokal. Im Training werde zwar oft „nur“ regenerativ gearbeitet, aber bei den Video- und Taktikschulungen zu den jeweils neuen Gegnern müssen die Handballerinnen hellwach sein. „Wir gucken uns alle paar Tage die Spielsysteme neuer Mannschaften an. Das ist vom Kopf her nicht so einfach“, erklärt Schnack.

An diesem Samstag (18 Uhr, kleine EWE-Arena) erwarten die 22-jährige „Schnacki“, wie sie genannt wird, und ihre Mannschaft zum Auftakt der Gruppenphase im EHF-Pokal das französische Spitzenteam Nantes Loire – und das mit neu gewonnenen Selbstvertrauen. Denn auf die recht ernüchternde Niederlage zum Jahresende gegen TuS Metzingen (25:31) folgte zum Jahresauftakt am Mittwoch beim HC Leipzig ein überzeugender 36:24-Auswärtssieg.

Wie wichtig der Start in die Gruppenphase gegen die Französinnen später noch werden könnte, macht VfL-Trainer Leszek Krowicki deutlich. „Ich erwarte eine sehr ausgeglichene Gruppe ohne einen echten Favoriten“, sagt der 59-Jährige. Die weiteren Gegner in der Gruppe A, Randers HK (Dänemark) und IK Sävehof (Schweden), seien auf einem ähnlichen Niveau wie eben Oldenburg und Nantes.

Sävehof sei seit Jahren das beste Team in Schweden, Randers habe gerade erst den dänischen Pokal gewonnen. „Ich glaube, dass in dieser Gruppe die Heimspiele entscheidend sein werden. Wenn wir diese gewinnen und uns zusätzlich auswärts ein Sieg gelingt, werden wir es auf einen der ersten beiden Plätze schaffen“, betont Krowicki. Diese Ränge berechtigen für den Einzug in das Viertelfinale des Wettbewerbs.

Erst einmal kommt auf die Oldenburgerinnen aber an diesem Samstag eine international besetzte Truppe zu. Aus deutscher Sicht der bekannteste Name bei Nantes ist Isabell Klein. Die 32-jährige Nationalspielerin, die mit der deutschen Mannschaft gerade erst bei der EM einen guten sechsten Platz belegt hatte, läuft seit der vergangenen Saison für die Französinnen im halbrechten Rückraum auf und bringt viel Erfahrung mit.

Aber auch sonst kann sich das Aufgebot der Gäste sehen lassen. Die Spanierin Beatriz Escribano, die Dänin Mia Moldrup, die Serbin Jovana Stoiljkovic oder die Niederländerin Esther Schop flößen Krowicki jedenfalls großen Respekt ein. „Nantes ist sehr gut besetzt. Ich habe viele Videos von ihnen gesehen, wir müssen gut vorbereitet sein“, warnt der Trainer und setzt an diesem Samstag auf eine ähnliche Kulisse wie gegen Metzingen. Die 1520 Zuschauer, die Saisonrekord bedeuteten, hatten dem Team zwar nicht zum Sieg geholfen. Aber: „Die Stimmung war toll. Wir wollen unseren Fans zeigen, dass wir es besser können.“

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion