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NWZonline.de Sport Handball 1. Bundesliga, Frauen VfL Oldenburg

Willi wuppt’s auch für die VfL-Frauen

05.07.2017

Oldenburg Seit ein paar Tagen hat Peter Görgen immer wieder diese eine Frage gestellt bekommen. „Was hat Willi denn nun gewuppt?“, wollten viele Leute aus dem Umfeld des Geschäftsführers des Handball-Bundesligisten VfL Oldenburg wissen.

Gemeint ist Willi Lemke, seit Januar Berater und Hoffnungsträger der VfL-Frauen in Personalunion. Nachdem der Hauptsponsor EWE seinen stufenweisen Rückzug erklärt hatte, sollte der frühere Manager von Werder Bremen sowie UN-Sonderberater durch seine unzähligen Kontakte dem Club helfen, die entstehende Lücke im Etat zu schließen.

Zielsetzung erreicht

Lemkes Vertrag lief zum 30. Juni aus – und so gaben der 70-Jährige und der Verein am Dienstag in einer offiziellen Pressekonferenz die Antwort auf die vielen Fragen. Sie lautet: Willi hat’s gewuppt! „Er hat die Zielsetzung in voller Höhe erfüllt, das darf man schon eine Erfolgsstory nennen“, sagte Görgen, ehe Lemke – gewohnt redegewandt – begann, von seinem fünfmonatigen Gastspiel an der Hunte zu berichten.

„Ich sag’ erstmal Tschüß“, machte er gleich zu Beginn klar, dass sein Vertrag in Oldenburg nicht weiter verlängert wird. „Ich bin ja nicht mehr so der junge Sprinter und sehr überrascht von der Härte der Aufgabe gewesen. Ich habe sie unterschätzt“, gestand er ganz offen ein.

Lemke erzählte von seinen vielen Spielbesuchen, von den „sportlichen Höchstleistungen“ der Handballerinnen, die ihn „total begeistert“ hätten. Von seiner Freude an den persönlichen Gesprächen mit Angie Geschke oder Kim Birke. Aber auch von den schwierigen Gesprächen mit Sponsoren, die „unheimlich hart“ zu finden seien. Und dann eben von der entscheidenden Frage: Was ist denn nun dabei herumgekommen?

„Es fehlten bei Beginn meiner Arbeit 150 000 Euro für die kommende Saison. Wir haben es geschafft, diese Lücke bis auf ein Prozent zu schließen. Es war wahnsinnig schwer das zu wuppen, aber wir haben es gewuppt“, sagte Lemke stolz. Das habe er ausdrücklich nicht allein geschafft, sondern in Teamarbeit mit Marketingleiter Stefan Eickelmann und Geschäftsführer Görgen.

Den letzten Deal fädelte Lemke erst in der vergangenen Woche ein. Der Flughafen Bremen zählt künftig zu den Sponsoren des VfL. Zudem seien während seiner Berater-Tätigkeit Toto Lotto, die AOK und die Aljo Aluminium-Bau Jonuscheit GmbH als neue Partner hinzugekommen. Des Weiteren hatten die LzO und Cewe als Großsponsoren wie berichtet ihre Unterstützung deutlich ausgeweitet.

Lemkes letzter Trumpf

Und noch einen Trumpf zog Lemke zum Ende seiner Zeit bei den VfL-Frauen aus dem Ärmel. Auch die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, langjähriger Partner des VfL, haben ihr Engagement erhöht. „Ich war schon fast ein bisschen enttäuscht, dass Herr Lemke mich so spät angesprochen hat“, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Müllender mit einem Grinsen im Gesicht: „Dann aber ging es ganz schnell.“ Er berichtete von sehr angenehmen Gesprächen mit Lemke und lobte den VfL für den Schachzug, so eine „Galionsfigur“ im Verein zu installieren. „Wir sind seit 25 Jahren verlässlich an der Seite des VfL. Da ist es klar, dass wir helfen, wenn es eng wird“, sagte Müllender.

Lemke indes verdeutlichte, wie zäh seine Verhandlungen mit den potenziellen Sponsoren gewesen sein müssen. „Der Handball ist eine große Nummer in Deutschland, wird aber vernachlässigt in einer Art und Weise, die mich krank macht“, fand der 70-Jährige klare Worte. Die Entwicklung im Sport im Allgemeinen, das sich alles nur noch um den großen Fußball drehe, sei sehr bedenklich.

Für den VfL bedeutet die Erfolgsstory, dass nach Platz fünf in der vergangenen Saison die Voraussetzungen für eine solide neue Serie geschaffen sind. Die Etat-Lücke für die Spielzeit 18/19, die durch den stufenweisen EWE-Rückzug erneut zustande kommt, wird den Verein spätestens ab Ende dieses Jahres wieder in Atem halten.

Gespräche mit der EWE

„Wir sind bereits in den Planungen und auch in guten Gesprächen mit der EWE“, wollte Görgen das Thema klein halten. Nach NWZ-Informationen geht es darum, dass der Energieversorger bereit sein soll, sich in kleineren Schritten als zunächst geplant zurückzuziehen. Ab jetzt muss der VfL diese Gespräche aber ohne Willi wuppen. Wobei: „Wir dürfen immer anrufen, wenn wir Fragen haben – und die werden wir haben“, sagte Görgen. Und Lemke betonte: „Oldenburg wird weiter auf meiner Landkarte sein.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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