Visbek - Mehr als 150 Besucher, so die Organisatoren, haben einen Informationsabend des CDU-Kreisverbandes Vechta zur Frage „Wie viel Wolf braucht Niedersachsen?“ in Visbek besucht. Im Hotel Stüve hörten sie zunächst Sachvorträge von fünf Experten. Anschließend moderierte Dr. Stephan Siemer, Kreisvorsitzender der Christdemokraten, eine von Emotionen geprägte Diskussionsrunde.
Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Jägerschaft Niedersachsen, zeigte auf, wie das Tier wieder im Land heimisch wurde, wo sich aktuell fünf Rudel befinden und was bei Begegnungen zu tun ist: den örtlichen Wolfsberater informieren. Schäfermeister Tino Barth berichtete über seine Erfahrungen mit Rissen seiner Schafe. Er sah keinen wirksamen Herdenschutz gegen das Raubtier. Frank Faß (Wolfscenter Dörverden) kritisierte die Panikmache gegen den Wolf. Er plädierte dafür, die Möglichkeit der Bejagung zu schaffen, wenn das Tier in einigen Jahren einen günstigen Erhaltungszustand erreicht habe. Ein auffälliger Wolf könne aber „schon jetzt der Natur entnommen werden“. Dr. Frank Krüger (Umweltministerium Niedersachsen), ein Verfechter des unter besonderem Artenschutz stehenden Wolfes, erklärte: „Bislang ist der Wolf Menschen noch nicht gefährlich geworden.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann mahnte verstärkte Hilfen des Landes für Nutztierhalter und schnellere DNA-Analysen an.
In der Aussprache reichten die Aussagen von „der Wolf gehört ausgerottet“ bis um Plädoyer für eine Vergrämung durch Gummigeschosse. Einig zeigten sich Experten und Diskussionsteilnehmer, dass das Land mehr Geld für Tierhalter zur Verfügung stellen müsse, wenn der Wolf in der Region heimisch gemacht werden soll.
