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Geflügelwirtschaft „Es darf nicht zu teuer werden“

Nina Janssen

Visbek - „Ohne Bauernwohl kein Tierwohl“. Das war die zentrale Aussage auf der Mitgliederversammlung der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) im Gasthaus Hogeback in Visbek-Erlte. „Wir investieren und sind innovativ“, sagte NGW-Vorsitzender Friedrich-Otte Ripke mit Blick in Richtung Politik, „aber dafür brauchen wir auch die monetären Möglichkeiten“.

Man wolle die Haltungskennzeichnung und ein Tierwohllabel, welches sich auf mehrere Faktoren wie die Tierhaltungsform, aber auch tierärztliche Versorgung und Beschäftigung der Tiere berücksichtigt. Wichtig sei der NGW aber auch, dass ein „niederschwelliges Verbraucherangebot mit Preissteigerungen von 4 bis 15 Prozent“ eingehalten werden könne, so der Vorsitzende. „Es darf nicht zu teuer werden. Es nutzt nichts, wenn wir im Tierschutz Spitze, aber im marktwirtschaftlichen Wettbewerb nicht mehr konkurrenzfähig sind“, sagte Ripke in Bezug auf Billigangebote aus Polen oder der Ukraine. Darüber hinaus wolle man über die sozialen Medien am Image der Geflügelwirtschaft arbeiten.

„Wir haben nichts zu verstecken. Die Landwirte machen gute Arbeit“, findet auch die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und verdeutlicht dies in ihrem Gastvortrag. Knapp 58 Prozent der Geflügelprodukte in Deutschland würden in Niedersachsen produziert, über sechs Prozent europaweit. „Die Geflügelwirtschaft soll weiterhin erfolgreich bleiben.“

Aufklärung bedeutsam

Gleichzeitig wachse der Anspruch der Gesellschaft an die Landwirte, so die Ministerin weiter. „Die gesellschaftlichen Vorstellungen sind nicht immer deckungsgleich mit der Form der Tierhaltung.“ Die Weiterentwicklung neuer Verfahren sei erforderlich, „es müssen aber auch Verfahren sein, die den landwirtschaftlichen Betrieben Raum zur Existenzsicherung und Weiterentwicklung bieten“. Von besonderer Bedeutung ist nach Ansicht von Otte-Kinast in diesem Sinne auch die Aufklärung der Verbraucher über moderne Tierhaltung.

Vorgesehen sei in puncto Tierwohllabel eine staatliche Haltungskennzeichnung für Frischfleisch, die auf Freiwilligkeit basiere. „Einige von Ihnen werden damit nicht zufrieden sein. Das kann ich nachvollziehen“, richtete sich die Ministerin an die anwesenden Landwirte. Auch sie hätte sich ein Label gewünscht, welches sich nicht auf Frischfleisch beschränkt.

Auch die Verbesserung beim Tierschutz war Thema. „Die Weiterentwicklung des Tierschutzes in Niedersachsen ist ausdrückliches Ziel“, so Otte-Kinast. Mit dem Tierschutzplan 4.0 solle eine ganzheitliche Herangehensweise geschaffen werden. Darüber hinaus werde die Arbeitsgruppe „Folgenabschätzung“ um eine Arbeitsgruppe „Machbarkeit“ erweitert. Denn es könnten keine Forderungen aufgestellt werden, die nicht machbar oder zu unverhältnismäßigen Preisen realisiert werden könnten.

Laut dem NWG-Vorsitzenden Ripke begrüßt die NWG die Folgenabschätzung: „Es darf nicht verschwiegen werden, dass bei Schnabel-unbehandelten Legehennen die Mortalitäten steigen.“

Baurecht oft hinderlich

Schließlich sprach Otte-Kinast noch den Konflikt zwischen Tierschutz und Baurecht an: „Die Etablierung von mehr Tierwohl kommt oft dort an ihre Grenzen, wo Landwirte versuchen, ihre Ställe umzubauen.“ Sie sprach von einem Fall, bei dem ein Landwirt einen Wintergarten für seine Tiere bauen wollte, dies aber aufgrund von Geräusch- und Geruchsbelästigung nicht durchzusetzen war. Solche Hemmnisse sollten abgebaut werden.

Einen zweiten Gastvortrag hielt Prof. Dr. med. Joachim Schrader, Ärztlicher Direktor am St. Josefs-Hospital in Cloppenburg. Er referierte über die seit 2015 laufende Studie „Ernährung, Lebensstil und Medizinische Intervention zur Verhinderung von Schlaganfall-Demenz-Herzinfarkt“, kurz ELITE, ein. Aktuell nehmen 4602 Bürger aus dem Oldenburger Münsterland daran teil. Ziel der Studie ist insbesondere, die Risikofaktoren für die Volkskrankheit Schlaganfall zu untersuchen.

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