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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Visbek

Glauben und Miteinander prägen Visbek seit 1200 Jahren

02.09.2019

Visbek Wenn sechs Bischöfe aus Deutschland, Brasilien und Litauen zum Jubiläum kommen und an nur einem Wochenende drei große und gut besuchte Gottesdienste feiern. Wenn der Bürgermeister der Gemeinde beim Festakt mehrfach die große Rolle des Glaubens in der Region betont. Wenn der Hauptredner dieses Festakts – ein Bischof – den Bürgermeister daraufhin fast neidvoll als besseren Prediger als sich selbst bezeichnet und dieser anschließend unter großem Applaus zwei franziskanische Ordensleute aus der Gemeinde zu Ehrenbürgern erklärt. Wenn alle Redner die Gemeinsamkeit von Kirche und Gesellschaft betonen und die Gemeinde ihr Wappen – das einen gegen den Strom schwimmenden Fisch zeigt – für das Jubiläum um das Wort „miteinander“ ergänzt und die Kirchengemeinde dieses Wappen auf ihre Festkerzen prägen lässt – dann kann es sich nur um ein großes Jubiläum in Visbek handeln.

Wurzeln in Visbek

Die Verbundenheit des Ortes mit der Missionsgeschichte – von hier aus christianisierten Benediktiner ab dem 9. Jahrhundert die Region – zog sich daher wie ein roter Faden durch alle Programmpunkte.

Bei den Festgottesdiensten am Samstag und Sonntag präsentierten mehrere Chöre und Musikgruppen unter musikalischer Leitung von Johannes Kühling beeindruckende, musikalische Spitzenleistungen. Bischof Dr. Felix Genn rief am Samstag im ökumenischen Gottesdienst, den er mit Landesbischof Thomas Adomeit in der voll besetzten St.-Vitus-Kirche feierte, dazu auf, die Kirche zu erneuen.

Jeder wisse, wie sich die Kirche momentan darstelle. Er sei aber überzeugt davon, dass die Kirche nicht zu Ende gehe. „Sie kann neu beginnen, da es viele Frauen und Männer gibt, die sich von Christus ansprechen lassen.“ Außerdem komme es nicht darauf an, dass die Kirche gut dastehe, sondern dass Jesus gut dastehe. Es komme auch nicht darauf an, ob eine Gemeinde gut aufgestellt sei, sondern dass sie sich auf den Weg mache. Wenn die Kirche kleiner werde, sollten wir nicht jammern und Schuldige suchen, sondern die Zeit mit all ihren Risiken so lieben, wie sie sei, sagte Genn. „Wir müssen uns vom Wort Gottes führen und begleiten lassen. Dann kann Visbek auch in 1200 Jahren noch ein Jubiläum feiern.“

Bürgermeister Gerd Meyer konnte beim Festakt in der Benediktschule, an den sich ein Festball anschloss, viele Ehrengäste begrüßen. Als Kirchenvertreter waren neben den Bischöfen Genn und Adomeit auch Weihbischof Wilfried Theising, die brasilianischen Bischöfe Johannes Bahlmann und Ulrich Steiner und Bischof Mindaugas Sabutis aus dem litauischen Vilnius gekommen – dazu Vertreter der Politik, benachbarter Gemeinden, des Landkreises Vechta und französischer und litauischer Partnergemeinden.

Meyer ging auf das neue Wort „miteinander“ im Gemeindewappen ein. Die gute Weiterentwicklung Visbeks sei nur möglich, wenn alle miteinander und mit Mut neue Wege gehen würden.

Besondere Ehre

Zur Begeisterung aller Anwesenden zeichnete er die gebürtigen Visbeker Sr. M. Klara Lüers (77) und Bischof Johannes Bahlmann (59) mit der Ehrenbürgerwürde aus. Sr. Klara kümmert sich seit 1984 um Kranke und Waisenkinder in Malawi, Bischof Bahlmann ist seit 2001 in Brasilien tätig. Beide hätten ihre Wurzeln aus Visbek nie vergessen, sagte Meyer.

Beeindruckt von dem Miteinander in der Gemeinde zeigte sich Bischof Thomas Adomeit in seiner Festansprache. Er fühle sich geehrt, hier reden zu dürfen, obwohl nur 13 Prozent der Visbeker evangelisch seien. Adomeit erinnerte an das christliche Erbe, das es weiterzugeben gelte. Manche Austritte aus der Kirche mögen gerechtfertigt sein. „Aber was ist das für eine Zeit, in der Menschen aus Kirche, Vereinen, Parteien oder Gewerkschaften austreten – hinterher aber die ersten sind, die sich darüber beklagen, wie hartherzig es im gesellschaftlichen Leben zugeht.“ Die Visbeker würden Freude und Großmut ausstrahlen. „Wenn Visbek weiterhin als regionales Missionszentrum für den christlichen Glauben so erfolgreich wirkt, dann haben unsere Kirchen eine 1200-jährige Geschichte vor sich“, zeigte er sich sicher.

Der Sonntag begann mit einem katholischen und evangelischen Gottesdienst. Den katholischen in der St.-Vitus-Kirche zelebrierten neben Weihbischof Wilfried Theising, Bischof Johannes Bahlmann und Weihbischof Ulrich Steiner auch die Visbeker Geistlichen.

Gegen Hass stemmen

Es sei eine wunderbare Geschichte, was sich aus dieser kleinen Missionszelle vor 1200 Jahren entwickelt habe, sagte Theising in seiner Predigt. Eine wunderbare Liebesgeschichte zu Gott. „Was haben die Menschen in dieser Zeit wohl alles zu Gott getragen?“ Angesichts des Beginns des Zweiten Weltkrieges, der sich am Sonntag zum 80. Mal jährte, rief er dazu auf, sich Tendenzen zu Hass und Ausgrenzungen entgegen zu stemmen. „Denn darauf folgen auch Taten.“ Auftrag der Christen sei es, die Botschaft der Nächstenliebe auszusprechen. Dieser Auftrag erwachse auch aus dem Jubiläum. In Visbek habe er jedoch ein gutes Gefühl, denn hier seien viele Menschen ehrenamtlich aktiv. „Sie sind eine lebendige Gemeinde“, dankte er den Gläubigen.

Zum Abschluss gönnte sich Visbek einen Festumzug mit 41 Fußgruppen und vier Musikkapellen mit zusammen etwa 2000 Aktiven.

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