VISBEK - „Das hat vor zehn Jahren keiner gedacht“, sagt Hermann Schickling über die Entwicklung seines Familienunternehmens in Visbek. Schickling Maschinenbau am Visbeker Damm platzt aus allen Nähten.

Um den Kunden mit größtmöglicher Flexibilität entgegen zu kommen, investiert der Oldenburger-Münsterland-Unternehmer des Jahres 2009 zehn Millionen Euro in eine weitere Halle, Maschinen und das Logistiksystem. So soll bis zum Ende des Jahres die Hallenfläche von rund 16 000 auf mehr als 20 000 Quadratmeter wachsen.

Der Clou der neuen Halle ist das integrierte Hochregallager, das sich mit einer Kapazität von 1400 Plätzen je drei Tonnen durch die Mitte der Halle zieht und einen schnellen Wechsel von Aufträgen an den Maschinen ermöglicht. Eine automatische Fördertechnik versorgt die Arbeitsplätze mit dem passenden Material. „So sparen wir unnötige Wege und können noch flexibler auf Kundenwünsche reagieren“, so Hermann Schickling bei einem Besuch einer Delegation des Verbundes Oldenburger Münsterland, der regelmäßig herausragende Firmen in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg besucht.

Schicklings Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Rund 300 zählen zum Stamm. 80 Prozent sind im Oldenburger Münsterland zu Hause. Der größte Anteil der Produkte gehe von dort direkt in den Export.

Die Produktpalette reicht von Stalleinrichtungen, Metallteilen für hochwertige Möbel, Kaugummiautomaten bis zu Edelstahlgrills und -sitzbänke. „Ihre Ideen bringen wir zum Erfolg“, lautet das Motto des familiengeführten Unternehmens mit derzeit 210 Mitarbeitern. So berichtet Hermann Schickling von der Technik der Abfallentsorgungsfahrzeuge, die in seinem Haus entwickelt wurde.

Dank modernsten Know hows in der Bearbeitung von Stahl gebe es für die Techniker und Ingenieure kaum Grenzen, sagt Produktionsleiter Werner Themann. Das Unternehmen verfüge über die erste weltweit ausgelieferte Fluidpresse und biete mit diesem Innovationsvorsprung am Markt Tiefziehtechnik in Perfektion. Mit 4000 bar Wasserdruck formt die Fluidpresse selbst feinste Details, zum Beispiel für Wärmetauscher, Brennkammern oder Bildschirmgehäuse. Natürlich wird in den Hallen auch Stahl geschweißt, gefräst, gedreht, es werden Rohre gebogen, Bleche gekantet und oberflächenbehandelt oder es werden mittels Lasertechnik vollautomatisch Durchbrüche in Blechtafeln oder gar Rohre geschnitten.

Dass der als „Technik-Freak“ bekannte Maschinenschlosser Hermann Schickling 1988 ganz klein und bescheiden mit dem Schweißen von Geländern anfing und zwei Jahre später seinen ersten Mitarbeiter einstellte, rundet das Bild eines bodenständigen Unternehmers ab. Und wenn Hermann Schickling oder seine Frau Maria, die zur Geschäftsführung gehört und sich um den kaufmännischen Bereich kümmert, durch den Betrieb gehen, ergibt sich schnell ein kurzes persönliches Gespräch mit den Mitarbeitern. Es geht halt familiär zu bei Schickling Maschinenbau.