Kattowitz - Grenzenloser Jubel in Kattowitz: Die deutschen Volleyballer haben ihre bärenstarke WM mit Bronze gekrönt und in Polen die heiß ersehnte erste Medaille seit 44 Jahren gewonnen. Im Spiel um Platz drei setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen gegen Frankreich hochverdient mit 3:0 (25:21, 26:24, 25:23) durch.

Den Titel sicherte sich am späten Sonntagabend überraschend Gastgeber Polen. Der Weltmeister von 1974 setzte sich im Endspiel in Kattowitz gegen Titelverteidiger Brasilien verdient mit 3:1 (18:25, 25:22, 25:23, 25:22) durch. Brasilien verpasste vor 12 500 Zuschauern in der Spodek Arena den vierten Titel in Serie, während sich die Polen zum zweiten Mal zum Weltmeister krönten.

„Bronze bei einer WM, ich kann das einfach noch nicht glauben. Das ist unfassbar“, sagte Präsident Thomas Krohne vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV). Auch Nationalspieler Denis Kaliberda war begeistert: „Es fühlt sich einfach nur fantastisch an.“

Einen Tag nach der bitteren Halbfinal-Niederlage gegen Polen (1:3) gelang der DVV-Auswahl der glänzend herausgespielte neunte Sieg im 13. Spiel, mit dem sie die zweite WM-Medaille in der Geschichte des deutschen Männer-Volleyballs einfuhr. Zuvor hatte lediglich die DDR 1970 in Bulgarien Gold gewonnen.

Vor 10 000 Zuschauern konnten die Deutschen auch auf Diagonalangreifer Georg Grozer zurückgreifen, der mit Oberschenkelproblemen kurzfristig auszufallen drohte. Doch „Hammer-Schorsch“ biss sich mit einer Bandage durch. Ganz anders als im Halbfinale gegen Polen, als zu oft die nötige Cleverness fehlte, spielten die Deutschen dieses Mal wesentlich souveräner und verdienten sich so den nie gefährdeten Erfolg zum WM-Abschluss.

Leider nicht unter den Augen deutscher TV-Zuschauer: Der Sender Sport 1 musste aus lizenzrechtlichen Gründen kurzfristig auf die Live-Übertragung des Halbfinalspiels verzichten. Der polnische Rechteinhaber Polsat habe die unverschlüsselte Verbreitung der Partie am Sonnabendabend untersagt, erklärte der TV-Sender. Trotz eines am Freitag geschlossenen wirksamen Vertrags mit der zuständigen Rechteagentur könne man diese Begegnung nun kurzfristig aus rechtlichen Gründen nicht ins Programm nehmen, hieß es auf der Internetseite des Sportsenders.