Berlin - Die deutschen Spieler sanken entgeistert auf den Hallenboden und streckten alle Viere von sich. Frust und Enttäuschung waren nach dem Olympia-Aus beim Qualifikations-Turnier in Berlin riesengroß, zudem kündigte der große Star Georg Grozer nach dem 2:3-Krimi im entscheidenden Spiel um Platz drei gegen Weltmeister Polen das Ende seiner Nationalmannschafts-Karriere an.

„Eigentlich wollte ich nach Olympia in Rio aufhören, doch das hat sich ja jetzt erledigt. Ich höre jetzt auf, zumindest für die nächsten ein, zwei Jahre“, meinte Grozer (31). Der Zwei-Meter-Mann hat 150 Länderspiele auf dem Buckel und verdient mittlerweile sein Geld bei Samsung Bluefangs in Südkorea. Der Diagonalangreifer hatte auch gegen Polen eine starke Vorstellung geliefert, konnte das unglückliche Aus beim 2:3 (25:20, 22:25, 25:16, 26:28, 14:16) aber auch nicht verhindern.

„Wir warten mal ab. Das hat Georg in der ersten Emotion gesagt. Mal sehen, wie es in den nächsten Tagen aussieht“, sagte Präsident Thomas Krohne vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) nach Grozers Ankündigung. Die sportliche Bilanz bereitete Krohne weitaus mehr Bauchschmerzen, zumal in der vergangenen Woche auch die deutschen Frauen das Olympia-Ticket beim Turnier in Ankara/Türkei verpasst hatten. „Beide Hallen-Teams sind bei den Olympischen Spielen nicht dabei. Das ist schon sehr bitter“, sagte Krohne.

Der vierte Platz beim Turnier in Berlin half den Männern nicht. Nur der Zweite und Dritte lösten ein Ticket für ein weiteres Ausscheidungsturnier im Mai/Juni in Japan, der Turniersieger Russland ist direkt für die Olympischen Spiele qualifiziert.

„Das war heute unser großes Endspiel. Wir waren bereit, doch es sollte nicht sein. Die Mannschaft hat es aber sehr lange Zeit gut gemacht“, meinte Bundestrainer Vital Heynen. Fraglich ist, wie es mit dem Belgier weitergeht. „Ich werde jetzt mal abschalten. Dann wird man sehen“, sagte der 46-Jährige, der seit 2012 die deutsche Mannschaft betreut. Krohne: „Er hat einen Vertrag bis zum Sommer, und den wird Vital auch einhalten. Mehr kann ich jetzt nicht sagen.“