FRiesland/Wangerland - Katharina Jensen aus dem Wangerland geht als Kandidatin der CDU in den Landtagswahlkampf im Herbst 2022. Für ihre Bewerbungsrede bekam sie auf dem Nominierungsparteitag stehende Ovationen, und bei der Abstimmung erhielt sie eine überwältigende Mehrheit.

Fast 70 der aktuell 527 Mitglieder des Kreisverbandes Friesland sowie der ebenfalls zum Wahlkreis 70 gehörenden Gemeinde Jade hatten sich am Samstag in Bockhorn unter 2G-Bedingungen versammelt. Bei lediglich zwei Gegenstimmen wurde Katharina Jensen von der Versammlung zur Landtagskandidatin für 2022 im Wahlkreis 70 (Friesland/Jade) gewählt. Bevor die Kreisvorsitzende Christel Bartelmei die einzige Kandidatin vorstellte, übergab sie das Wort an Silvia Breher (Cloppenburg), stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU und Vorsitzende des Landesverbandes Oldenburg. Silvia Breher: Nachdem Breher vor einem Jahr bereits durch ihren Listenplatzverzicht mit dazu beigetragen hatte, dass Anne Janssen aus Wittmund das Bundestagsmandat im Wahlkreis 26 erringen konnte, will sie auch die Landtagskandidatur Jensens intensiv unterstützen. Es sei richtig, dass die Frauen strategisch zusammenhielten, weil es zu wenige in wichtigen Positionen gebe. Entsprechend bedauerte die Cloppenburgerin auch die Kandidatenriege für den Bundesvorsitz der Union: „Nur diese Männer – das ist nicht meins.“

Die Wahlniederlage habe im Übrigen nicht nur am falschen Kandidaten gelegen. Neben manchen Fehlern sei es nicht zuletzt eine Hängepartie nach dem Rückzug Angela Merkels gewesen. Sie selbst habe eine Bewerbung als alleinige Spitze wegen ihrer noch recht kleinen Kinder abgelehnt. „Aber was hindert uns an einer Doppelspitze – darüber hätte ich nachgedacht!“ Der Beifall zu dieser Aussage war eindeutig. Allerdings betonte die 48-Jährige auch, dass solch große Entscheidungen auf einem Bundesparteitag und nirgends sonst zu treffen seien. Katharina Jensen: Mit ähnlich klaren Worten trat dann auch Katharina Jensen in ihrer Vorstellung auf. Die 35-jährige Agrarwissenschaftlerin mit den drei Kindern (fünf bis elf Jahre alt), die mit ihrem Ehemann Jens Martin Jensen einen Ackerbau- und Schweinezuchthof im Wangerland bewirtschaftet, nannte Landwirtschaft und Bildungspolitik als Schwerpunkte ihrer politischen Interessen. Der Strukturwandel, der Kostendruck auf die Landwirtschaft treibe sie um, und als Vorstandsmitglied im Kreislandvolkverband sei ihr auch die Wolfsfrage unter anderem für den Küstenschutz wie auch für den Fremdenverkehr ein Anliegen. Als ihre Rede dann mit der Bemerkung schloss: „Ich bin vielleicht noch ein junges Pferd, aber ich scharre mit den Hufen“, erntete sie stehende Ovationen.

Auch Bundestagsabgeordnete Anne Janssen sagte der Dritten in diesem Bund eines regelrechten „CDU-Amazonentrios“ ihre Unterstützung zu.