Hohenkirchen - Die Erleichterung und Vorfreude ist bei Hotelmanager Freddy Scheffer vom „Dorf Wangerland“ und dem Betriebsleiter der dazugehörigen Spielstadt, Marco Janßen, deutlich anzusehen. Mit Blick auf den heutigen Montag strahlen die Augen der beiden mindestens so sehr, wie die von zahlreichen Kindern, wenn sie vor den zwölf Fahrgeschäften und Karussells der Spielstadt standen.
Ein schwerer Schlag
13 Wochen herrschte allerdings absoluter Stillstand – kein Kettenkarussell drehte sich, die Schiffsschaukel lag vor Anker und auch das Riesenrad so wie sämtliche anderen Fahrgeschäfte standen still. „Das war für uns eine verdammt harte Zeit“, erinnert sich Freddy Scheffer. Er hatte das Amt des neuen Hoteldirektors erst Anfang des Jahres mit großen Visionen übernommen. Ende März, als die Corona-Krise Deutschland und somit auch das Wangerland erreichte, musste er dann allerdings schweren Herzens eine Stornierung nach der anderen hinnehmen.
Langes Jammern oder den Kopf in den Sand stecken gehört aber nicht zu den Tugenden des Holländers. Nur kurze Zeit später machten er und sein Team sich daran, Pläne zu schmieden, um vorbereitet zu sein. Und das Schmieden hat sich gelohnt. Denn so kann die Spielstadt, dank der neuen Verordnung des Landes, am Montag ohne Vorlaufzeit um 14 Uhr öffnen. „Wir hatten sogar Pläne ausgearbeitet, wie wir aus der Indoor-Spielwelt vielleicht einen Outdoorbereich machen, um noch früher zu öffnen“, sagt Betriebsleiter Marco Janßen. Die Pläne wurden in Hannover allerdings abgelehnt.
Was sich ändert
Jetzt freuen sich die beiden umso mehr, heute wieder öffnen zu können. Allerdings gibt es für Gäste einige Einschränkungen, die es zu beachten gilt. „Wir hätten mit dem Outdoorbereich Platz für 1200 Besucher. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, werden wir aber nur 500 Gäste zulassen“, so Freddy Scheffer. Im gesamten Areal der Spielstadt besteht Maskenpflicht auch für Kinder ab sechs Jahren. Schals oder Tücher sind dabei nicht erlaubt. „Das wäre in den Fahrgeschäften zu gefährlich“; begründet Janßen. Wer keine geeignete Maske dabei hat, kann aber eine käuflich erwerben. Janßen bittet dabei um Verständnis. „Kinder dürfen sich beispielsweise nur in Begleitung eines Erwachsenen auf dem Gelände bewegen und in die Schlagen stellen. Abstandsregeln sind auch hier einzuhalten.“ Im Gastronomiebereich wird es keine Selbstbedienung mehr geben, „Stattdessen werden unsere Gäste hier von unserem Personal bedient.“ Dabei wird ständig auf eine gute Durchlüftung geachtet. So wurde die Rauchabzugsanlage verbessert und die Notausgangstüren stehen ständig offen für frische Luft. „Außerdem wird ein Mitarbeiter regelmäßig desinfizieren.“ Auf das Bällebad und die Legospielecke müssen Kinder hingegen noch verzichten.
Neue Attraktionen
Die Pause hat Marco Janßen und sein Team sinnvoll genutzt. Neben den üblichen Wartungs- und Renovierungsarbeiten, wurde auch in neue Attraktionen investiert. So wurde die lange außer Betrieb gewesene Achterbahn wieder flott gemacht und im Außengelände ein 100 Quadratmeter großes Klettergerüst neu aufgebaut. Ebenfalls quasi neu ist ein Spielbereich für unter 5-Jährige. „Den haben wir im Februar erst neu gestaltet aber durch Corona wurde er kaum genutzt“, sagt Janßen und freut sich nun um so mehr, dass der neue Bereich ab heute genutzt werden kann.
Die Visionen, wie zum Beispiel ein Open-Air-Festival am Wangermeer, mit denen Hoteldirektor Freddy Scheffer Anfang des Jahres seinen Job aufgenommen hat,, sollen trotz Corona nicht aufgegeben werden. „Daran halten wir fest. Aber jetzt gilt es erstmal, den Laden wieder zum Laufen zu bringen“, so Scheffer. Und das scheint zu funktionieren. Denn die Buchungen für das Hotel nehmen wieder zu. „Wir sind auf einem guten Weg und das freut uns sehr.“
