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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Wangerland

Stürme bringen seltene Gäste

08.11.2017

Hohenkirchen Für Ornithologen am Festland bieten Nordwest-Herbststürme wie „Xavier“ in der ersten Oktoberdekade oder „Herwart“ am letzten Oktoberwochenende manchmal Positives, werden doch Vogelarten an die Küste verdriftet, die sonst nur selten beobachtet werden können.

So verwehte Starksturm „Herwart“ eine hochnordische Art, ein Thorshühnchen (Phalaropus fulicarius) zuerst an die Lagune am Strand Schillig. Der gleiche Jungvogel wurde dann auf dem Wangermeer entdeckt.

Bei einer der regelmäßigen Wasser- und Watvogelzählungen im Außendeichsbereich von Schillig wurden dann gleich drei Thorshühnchen gesehen – jeweils an unterschiedlichen Standorten. „Zwei gingen auf Sturmflutpfützen östlich und westlich der Lagune der Nahrungssuche nach; ein weiteres, offenbar geschwächtes Tier hielt sich im Spülsaum bei Schillighörn auf“, berichtet Werner Menke von der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz (WAU) Jever.

Schon in den Vortagen hatte Volker Prüter von WAU es in der Lagune Schillig beobachtet, darüber hinaus gab es mehrfache Feststellungen eines Exemplars durch verschiedene Beobachter am Wangermeer.

„Da solche Beobachtungen heute über Internetplattformen wie ornitho.de oft sehr zeitnah gemeldet und damit an vogelkundlich Interessierte weitergegeben werden, hat sich inzwischen sogar ein kleiner Ornitourismus ins Wangerland entwickelt“, berichtet Werner Menke. So hielten sich am Wochenende gleich mehrere Vogelbeobachter aus Bremen und Oldenburg in Schillig auf – alle auf der Suche nach einem Thorshühnchen. Und für die meisten verlief diese Suche erfolgreich – „so viele Vertreter dieser seltenen Art wie derzeit sind normalerweise nicht bei uns zu sehen“, sagt Menke.

Nach „Xavier“ hatten die Hobbyornithologen Volker K. Prüter und Hans Uhlmann bei der offiziellen Wasser- und Watvogelzählung bereits einen Sterntaucher im Schlichtkleid auf dem Wangermeer entdeckt. Die Art ist sonst fast ausschließlich auf dem Meer zu finden.

Thorshühnchen und Sterntaucher

Thorshühnchen gehören zur Gattung der Wassertreter in der Familie der Schnepfenvögel und damit zu den Limikolen (Watvögel). Sie werden 20 – 22 cm groß (wie ein Star) mit einer Flügelspannweite von 36 – 41 cm. Auffällig ist die Nahrungssuche im Schwimmen: Dabei werden mit schnellem Picken unter anderem Mücken und Larven aufgenommen.

Ihr Brutgebiet liegt im hohen Norden in küstennaher arktischer Tundra, z.B. auf Island als südlichstes Brutareal in Europa. Das Überwinterungsgebiet befindet sich weit vor den Küsten West- und Südafrikas. Daher erfolgt der Zug in die Wintergebiete im Normalfall über den Nordatlantik. Doch durch Stürme aus Nordwest werden einzelne Exemplare an die Nordseeküste verdriftet.

Zur gleichen Gattung zählt das Odinshühnchen (Phalaropus lobatus). Beiden Arten gemeinsam ist, dass die Geschlechterrollen vertauscht sind. Die bunter gefärbten Weibchen werben in Trupps um die Männchen, die sich allein um Brut und Aufzucht kümmern.

Der Sterntaucher (Gavia stellata) aus der Familie der Seetaucher ist die kleinste (Länge 55 – 67 cm [plus ca. 7 cm Füße], Flügelspannweite 91- 110 cm) der vier Seetaucherarten. Das Brutgebiet erstreckt sich von Island über den Norden Schottlands und Skandinavien bis ins nördliche Russland. Oft brütet die Art auf kleinen Tümpeln in der Tundra und in Taigamooren. Zur Nahrungssuche fliegen die Vögel auf größere Seen oder das Meer.

Der Sterntaucher überwintert entlang der Küsten der Nordsee-Anrainerstaaten, aber auch im Bereich Irlands hinunter bis an die Iberische Halbinsel.


     www.wangerland-birding.de/wanger-birds 
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