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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Wangerland

Aktion Für Erhalt Des Nackt-Strands: FKKler setzen in Hooksiel gemeinsam ein Zeichen

16.10.2018

Hooksiel Der tolle Sommer bis in den Oktober hinein hat sie nur ein kleines bisschen getröstet: Die FKKler, deren Strand in Hooksiel Ende Juli von heute auf morgen aufgehoben worden war, haben schwer leiden müssen. „Wie auf Knopfdruck“ sei der Strandabschnitt von Gaffern, aber auch von Hundehaltern überrannt worden, berichtet Horst: Er gehört zu den Dauergästen am FKK-Strand rund ums Strandhaus 3.

Strand-Neuordnung

Durch die Neuregelung der Wangerländer Strände ist in Hooksiel der gesamte Strandabschnitt links von Strandhaus 2 für jedermann freigegeben worden. Und damit gibt es dort keinen Hundestrand und keinen FKK-Strand mehr. Hintergrund ist das Strandurteil des Bundesverwaltungsgerichts: Das hatte im September 2017 festgelegt, welche Strandabschnitte die Gemeinde Wangerland frei zugänglich machen muss.

„Immer wieder wurden seitdem Frauen belästigt“, sagt Horst. Veronika bestätigt das: „Ich war mehrmals ohne meinen Mann hier – da habe ich mir schon überlegt, wo ich mich hinlegen sollte, um sicher zu sein. Darüber musste ich mir in den Jahren zuvor nie Gedanken machen.“

Aktion zum Saisonende

Die beiden und viele hunderte weitere FKKler, die seit Jahren zu den Stammgästen am FKK-Strand gehören, hoffen, dass die Wangerland Touristik ihnen, wie zugesagt, wieder ihren Nackt-Strandbereich einrichtet. Das Saisonende am Sonntag nutzten die FKKler von überall her, um noch einmal Geschlossenheit zu zeigen und ein nicht zu übersehendes Zeichen zu setzen für ihre Forderung: Die Wiedereinrichtung des FKK-Strands.

„WTG-Geschäftsführer Armin Kanning hat versprochen, dass er eine Lösung finden wird – wir sind enttäuscht, dass für diese Saison noch nicht einmal mehr Hinweisschilder aufgestellt wurden“, sagt Eilert Hinrichs: Er hatte für den Saisonabschluss noch einmal möglichst viele FKKler zusammengetrommelt. Und tatsächlich hielten sich im – ehemaligen – FKK-Bereich am Wochenende deutlich mehr Menschen auf als am gesamten übrigen Strand.

FKK-Strand soll in Saison 2019 wieder zu finden sein

Die Wangerland Touristik GmbH arbeitet gezielt darauf hin, dass sie zur Saison 2019 wieder einen FKK-Strand in Hooksiel anbieten kann. Das betonte WTG-Geschäftsführer Armin Kanning auf Nachfrage der NWZ. Geplant ist, den FKK-Bereich wieder dort auszuweisen, wo er bisher auch zu finden war.

Darüber hinaus will Armin Kanning das Strandpersonal aufstocken: Geplant ist, sieben zusätzliche Kräfte am Hooksieler Strand einzusetzen, die als Strandwärter nach dem Rechten sehen, Gaffer vom FKK-Bereich fernhalten und Ansprechpartner für Strandbesucher bei Fragen sind.

Auf den Campingplätzen endete am Wochenende die Saison: Die Stellplätze sind abgeräumt. Anders als sonst zum Saisonende nimmt die WTG zurzeit keine Buchungen von Dauercampern für die nächste Saison an. „Grund dafür ist, dass wir zunächst die Höhe des Kurbeitrags beschließen müssen“, sagte Kanning: Das sei der Knackpunkt bei den Camping-Verträgen. Per Ratsbeschluss wurde bereits festgelegt, dass der Strandeintritt auch 2019 im Kurbeitrag enthalten ist. Nun muss noch die Kalkulation aufgestellt werden.

Eilert hat beobachtet, dass Strandbesucher – insbesondere mit Hunden – von den Sicherheitsleuten der WTG gezielt an den FKK-Abschnitt geschickt wurden. „Und das gab eine Menge Unmut“: Denn freilaufende Hunde sprangen mehrfach einfach mitten in die FKKler hinein, hinterließen Kackhaufen, die – natürlich – von den Hundehaltern in der Regel nicht weggeräumt wurden, und mehrmals pinkelten freilaufende Hunde gegen Strandmuscheln oder auf Decken. „Das ist kein Zustand“, ist sich die große FKK-Gemeinde einig.

Einige haben deshalb angekündigt, dass sie nicht mehr ins Wangerland kommen wollen. Andere wollen abwarten, wie sich die Situation 2019 darstellt. „Wir wurden mitten in der Saison vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Urlaubsstimmung war damit komplett am Boden“, sagt ein FKKler aus Osnabrück. Seit zwölf Jahren ist er Dauergast im Wangerland. „Unsere vorgebuchten und bezahlten Strandkörbe waren auch weg“, berichtet er.

Trotzdem: „Ja, ich komme nächstes Jahr wieder – die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt er. Er habe seit Jahren eine Jahreskurkarte. „Wir haben den FKK-Strand in Hooksiel immer sehr genossen. Und ich wäre sogar bereit, noch mehr zu zahlen, wenn ich meine Ruhe und einen ordentlichen Strand habe“, betont der Osnabrücker.

Textiler kein Problem

Das sieht auch ein FKKler aus Trier so – er kommt ebenfalls seit Jahren nach Hooksiel, sogar mit Hund. „Mich interessiert der ganze Streit um Strandzugang und Strandeintritt eigentlich überhaupt nicht: Ich will einfach nur in Ruhe Urlaub machen.“

Etwas Positives hat die Situation am Strand immerhin auch bewirkt: „Die FKK-Gemeinschaft wurde zusammengeschweißt“, sagt Horst: Die Gemeinschaft sei vorher auch schon gut gewesen unter den nackten Strandbesuchern, „doch durch die Unterschriftensammlung und die Infoflyer haben wir uns alle nun noch besser kennengelernt“, berichtet er: „Wir kennen voneinander nun sogar die Nachnamen“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Denn am FKK-Strand gilt: jeder wird geduzt. Und jeder kann selbst entscheiden, wie viel Kontakt er oder sie zu den anderen haben möchte. Genau das hoffen die FKKler 2019 wieder in Hooksiel vorzufinden.

Wenn sich „Textiler“ unter sie mischen, ist das für die meisten FKKler übrigens kein Problem – wohl aber für die Textiler, haben die Nackten in den vergangenen Wochen festgestellt. Kinder könnten sich vor ihnen erschrecken – das haben sie seit Auflösung des FKK-Strands häufiger gehört. „Wir sind hier zurzeit nur noch geduldet – das muss sich wieder ändern“, fordert Horst deshalb.

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Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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