Hooksiel - Drei Jahre hat es gedauert, aber nun ist das „Hörgarn“, wie sich das Projekt des Vereins „De Hooksieler“ offiziell nennt, endlich fertiggestellt. Hinter dem „Hörngarn“ verbirgt sich ein Audioguide, der Besucher und Touristen via Handy auf eine historische Tour durch den Sielort nimmt.
„Entstanden ist die Idee bei einem Besuch in Hamburg, wo es etwas ähnliches gibt. Und bei Gesprächen am Stammtisch wurde die Idee dann verfeinert“, erzählt Matthias Suckert von „De Hooksieler“. Gemeinsam mit der WZ-Redakteurin Kristin Hilbinger wurden historische Texte zu insgesamt 14 Orten in Hooksiel zusammengetragen. Hilfreich zur Seite stand dabei der Sohn des letzten Hooksieler Hafenmeisters, Fokko Busker. Der über 80-Jährige berichtete viel aus seiner Kinder- und Jugendzeit.
Nachdem die Texte gesammelt waren, galt es diese nun ins Plattdeutsche zu übersetzen, denn der Audioguide sollte zweisprachig werden. „Hier hat uns Hermann Wilken vom Muschelmuseum und Plattdeutschbeauftragter des Landkreises Friesland geholfen“, so Suckert. Wilken nahm Kontakt zur Ostfriesischen und Oldenburgischen Landschaft auf. Nun hatte man allerdings zwei Textfassung vorliegen – einmal in Oldenburger und einmal in Ostfriesen-Platt. „Wir haben uns dann für das Oldenburger Platt entschieden, weil es hier mehr gesprochen wird.“ Die ostfriesische Platt-Fassung soll zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Hochdeutschen und dem Oldenburger Platt in einem Buch erscheinen. In den Studios von Radio Jade in Wilhelmshaven wurden die 14 Texte dann aufgenommen.
Besucher können den historischen Führer ab sofort auf dem Handy abhören. Denn Bruno Boelts von der Arbeitsgruppe Hooksiel hat die entsprechenden Schilder mit den QR-Codes jetzt angebracht. „Leider hat uns Corona auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht, sonst wären die Schilder schon eher fertig gewesen“, sagt Matthias Suckert. Jetzt freut er sich dafür um so mehr, dass Touristen mehr über den Sielort erfahren. So hängen QR-Codes unter anderem am Alten Hafen, an der Hafenlaterne, am Mudderboot oder in der Viethstraße. Eine extra App muss sich der Nutzer nicht herunterladen. „Der normale QR-Scanner reicht und man wird automatisch auf eine entsprechende Internetseite geführt“, erklärt Suckert.
Auch wenn das Projekt damit erstmal seinen Höhepunkt gefunden hat, komplett vollendet ist es noch nicht. So soll in einem nächsten Schritt ein Flyer entstehen, der die einzelnen Punkte und noch andere Standorte in Hooksiel sinnvoll zu einer zusammenhängenden Führung ergänzt.
