HOOKSIEL - Ohne den kontinuierlichen Einsatz der Freiwilligen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wären die Besucher-Rekordzahlen an Wangerlands Stränden im vergangenen Jahr nicht möglich gewesen. Das sagte Ute Draschba am Sonnabend in der Jahreshauptversammlung der DLRG-Ortsgruppe Wangerland. Die Kurdirektorin verwies in dem Zusammenhang auf die Investitionen der Wangerland Touristik GmbH (WTG) in die Badesicherheit anlässlich der internationalen Zertifizierung für 'Lifeguarded Beach', zu Deutsch: bewachter Strand (wir berichteten). Aber, so gab die WTG-Geschäftsführerin zu bedenken: 'Das wichtigste Gütesiegel ist die DLRG-Ortsgruppe Wangerland.'

Das bestätigen auch die Zahlen, die Arne Schmöckel präsentierte. Nach Angaben des technischen Leiters (Einsatz/Ausbildung) leisteten die Lebensretter an den Stränden und in den beiden wangerländischen Bädern 2012 insgesamt 8268,5 Wachstunden (2011: 7353). Dabei gab es 350 Erste-Hilfe-Leistungen, acht Hilfeleistungen für Wassersportler und sieben technische Hilfeleistungen. Auf die wichtigste Zahl aus dem vergangenen Jahr der Wassersicherheit wies auf der Versammlung auch Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Prieß-Tiemann besonders hin: '…und es gibt drei Menschen, denen ihr das Leben gerettet habt.' Wie bei den Jahreshauptversammlungen der vergangenen Jahre bezeichnete Wolfgang Schumann die Besetzung der Wachen als das 'Hauptproblem' der Ortsgruppe.

In seinem letzten Jahresbericht als Vorsitzender der Ortsgruppe bat er alle Rettungsschwimmer, sich für den Wachdienst anzumelden. Arne Schmöckel bedankte sich in diesem Zusammenhang auch bei den Mitgliedern befreundeter DLRG-Ortsgruppen, die vor allem in der Hochsaison die wangerländischen Rettungsstationen am Strand und in den Bädern personell verstärken.

Insgesamt 40 digitale Meldeempfänger sind im Landkreis Friesland auch an DLRG-Mitglieder ausgehändigt worden. Das ist wohl auch ein Grund dafür, dass der DLRG-Wasserrettungszug 2012 verstärkt alarmiert wurde. Auch hat es nach Angaben der stellvertretenden Landrätin, Marianne Kaiser-Fuchs, Gespräche mit den Verantwortlichen bei der Leitstelle gegeben. In den Jahren zuvor, so hieß es in der Versammlung, sei der Zug oft gar nicht oder zu spät alarmiert worden.

Nur noch 'bedingt einsatzfähig' ist der Ford Transit der Ortsgruppe. Schmöckel hofft deshalb, dass der Antrag auf Beschaffung eines Neufahrzeugs positiv beantwortet wird. Licht und Schatten gab es 2012 beim Betrieb der Boote.

Bei dem im Jahr 2011 angeschafften Alu-Boot 'Willi Rosenboom' wurde laut Thorsten Knebel durch Zusatzgewichte das Fahrverhalten optimiert. Beim 'Leuchtturmschwimmen' der Ortsgruppe Wilhelmshaven sei erstmals auch die seitliche Bergungstür des Bootes zum Einsatz gekommen, so der technische Leiter. Aufgrund einer aufziehenden Schlechtwetterfront hätten die Schwimmer 'schnell und einfach aufgenommen werden' können.

Bei der 'Wangerland 1' hingegen fanden die Lebensretter während der Saison 2012 immer wieder größere Mengen von Brackwasser im Zwischenrumpf. Der Grund: Risse im Unterwasserbereich. Weil eine Reparatur des Alu-Rumpfes in Eigenregie nicht in Frage kam, übernahm die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 die Überholung. 'Die Reparaturen werden bis zum Beginn der Saison beendet sein, womit uns dann wieder zwei seetüchtige und zuverlässige Rettungsboote zur Verfügung stehen', sagte Knebel, der sich bei der auf dem Fliegerhorst Upjever beheimateten Luftwaffeneinheit besonders bedankte.

Lukas Warrings berichtete von den zahlreichen Freizeitaktivitäten der DLRG-Jugend, die von Volleyball-Turnieren über Weihnachtsfeiern bis hin zur Ausrichtung der traditionellen Osterfeuer-Party reichen. Marianne Kaiser-Fuchs sprach dann auch von den 'vielen erzieherischen Mitaufgaben', die die DLRG-Ortsgruppe wahrnimmt. Gleichzeitig bedauerte sie, dass immer weniger Kinder im Grundschulalter Schwimmabzeichen-Prüfungen absolvieren.

Die Wiarderin forderte die Ortsgruppe auf, sich verstärkt an Kindergärten und Schulen zu wenden – und das nicht nur, 'damit die Kinder früh ins Wasser kommen', sondern auch, um Teamgeist zu lernen.