Hooksiel - Acht Jahre nach dem Start in Hooksiel kehrten Rainer und Ute Simon aus dem westfälischen Salzkotten nun mit ihrer Segelyacht „Trinity“ von einer Weltumrundung in den Heimathafen am Hooksieler Hooksmeer zurück. Die Welt nicht nur umrunden, sondern auch erkunden hatten sich die Weltenbummler vorgenommen und sich kein Zeitlimit gesetzt. Umso größer war nun die Freude, alte Freunde endlich wiederzusehen.
Das waren der in Sande geborene Klaus Menßen mit Ehefrau Brita aus Steinhude, die während eines Urlaubs in Peru an einer Bushaltestelle deutsche Stimmen, nämlich die der Simons, gehört hatten und spontan Kontakt zu ihnen aufnahmen. Hinzu kamen Grete Santjer und Wolfgang Girndt, deren Segler einen Dauerliegeplatz am Steg 1 der Marina direkt neben der „Trinity“ hat. Sie legten für die Heimkehrer einen roten Teppich aus und begrüßten sie mit einem Willkommensschild.
Der 68-jährige ehemalige Siemens-Projektmanager Rainer Simon stammt aus Hude. Er hatte vor dem großen Törn auf der Nordsee, Ostsee und im Mittelmeer Segelerfahrungen gesammelt und dabei auch mehrmals seine Frau mitgenommen. Dass sie ihn ab 2014 als Co-Mitglied am Ruder der 14,20 m langen und 3,70 m breiten „Nussschale“ ablösen würde, ahnte sie nicht. Rainer Simon hatte mit einem Freund und Miteigner die Fahrt über die Kanaren, Kapverden und den Atlantik nach Französisch-Guayana angetreten. Dort stieg der Freund aus familiären Gründen aus und verkaufte Simon seinen Anteil an der Yacht. Die „Trinity“ wurde für die Hurrikansaison festgemacht und Rainer Simon flog nach Deutschland, um seine Ute an Bord zu holen. Gemeinsam wurden mehrere Karibikinseln besucht und der Panamakanal befahren. Nächste Ziele waren einige kolumbianische Häfen am Pazifik. Pausiert wurde einmal, weil Ute Simon wegen eines gebrochenen Fußes sechs Wochen zur Behandlung nach Deutschland fliegen musste. Mit einem Schweizer Segelfreund und Rucksäcken ging es dann auf eine nicht ganz ungefährliche Urwaldtour. Weiter per Schiff nach Ecuador und Peru mit jener Begegnung mit dem Ehepaar Menßen, dann auf dem Landweg nach Bolivien und mit der „Trinity“ bis Chile.
Vielle Dinge bleiben in Erinnerung
Es folgte die 30 Tage lange Pazifikreise über den größten und tiefsten Ozean zu den Südseeinseln, wie Hiva Oa, Moorea, Bora Bora und Tahiti, wo mit viel Glück eine defekte Kühlerpumpe des Mercedes-Motors im Boot repariert werden konnte. Schnorchel- und Tauchausflüge, der nächtliche Gesang der Wale zwischen den Tonga-Inseln und eine Begrüßung von netten Insulanern, die von Land her mit einem Baguette winkten, blieben als unvergessliche Erinnerungen. Neues Ziel war danach die Nordinsel Neuseelands, ehe es über Fitschi, und durch das Great Barrier Riff ins nordaustralische Darwin ging.
Böse Überraschung vorher auf den Tiwi Islands, als die Simons als unangemeldete Einwanderer galten, verhört und wegen dreier Verstöße (zwei Personen und ein Boot) zu einer Geldstrafe von über tausend Euro „verdonnert“ wurden. Nur weil sie sich kooperativ zeigten, wurden ihnen zwei Drittel des ursprünglich höheren Betrages erlassen. Wo sonst teure Kreuzfahrtschiffe anlegen, erkundeten die Simons in Indonesien die Inseln Timor, Lumba, Flores, Lombok, Komodo und Bali, ehe zum australischen Christmas Island im Indischen Ozean gesegelt wurde. Dazwischen ein Flug nach Malaysia und zurück, weil dort Simons ältester Sohn Urlaub machte.
Wind und hohe Wellen machten die Fahrt über den Indischen Ozean schwer. „Das muss ich nicht noch einmal erleben, denn es blieben so einige blaue Flecken bei mir zurück“, erzählte Ute Simon rückblickend. Doch irgendwann waren Mauritius, Reunion, Madagaskar und das südafrikanische Festland erreicht. Die weiteren Stationen: Durban Port Elisabeth, Kapstadt mit dem wolkenlosen Tafelberg, Lüderitz in Namibia mit einer Tour in die Namibwüste und die Insel St. Helena im Atlantik mit einer Besichtigung von Napoleons Grab. Über den „großen Teich“ brachte die „Trinity“ ihre zweiköpfige Crew zur Insel Ascension, dann nach Fortaleza in Brasilien und noch einmal für ein Jahr in die Karibik. Auf Barbados wurden die Simons von der Corona-Pandemie eingeholt. Doch schließlich gelang es, über die Azoren, Brest und Boulogne-sur-Mer in Frankreich sowie Den Helder ins heimatliche Deutschland zurückzukehren. Beide erlebten viele Abenteuer und sie erwiesen sich als gutes Team. „Wir sind großen Stürmen aus dem Weg gegangen, haben zweimal den Äquator überfahren und rund 36 000 Seemeilen, also 67 000 Kilometer, zurückgelegt. Die mit Abstand ruhigste See ist aber jetzt auf dem Hooksieler Binnentief“, so Rainer Simon.
