Hooksiel - In ihrem Kampf um den Erhalt des Meerwasser-Hallenwellenbades kann die Bürgerinitiative (BI) einen weiteren Teilerfolg verbuchen. Nachdem nach den Hausbefragungen bislang mehr als die erforderlichen 815 Stimmen für den Erhalt des Bades gesammelt wurden und ein Bürgerentscheid somit unumgänglich ist, hat sich am Montag der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde einstimmig für den Erhalt ausgesprochen. Mit Hilfe eines Fachplaners soll die Wangerland Touristik GmbH (WTG) laut Beschlussvorlage für den Erhalt und cramerdie Attraktivitätssteigerung des Bades sorgen.
„Für uns war das eine Frage der Vernunft“, so Ellmer Cramer (UWW), einer der Sprecher der neuen Mehrheitsgruppe im Rat, „Gemeinsam fürs Wangerland“, auf Nachfrage der Redaktion. Denn durch Corona hätte die WTG bestimmt nicht die finanziellen Mittel, die von ihr geplante Umgestaltung in ein Indoor-Freizeitgelände mit Trampolinhalle für alle Generation umzusetzen. Letztendlich entscheidet darüber aber der Rat am 29. September. „Sie können aber davon ausgehen, dass auch da die Entscheidung einstimmig pro Wellenbad ausfallen wird“. so Cramer.
Der Chef der WTG, Armin Kanning, hat die Entscheidung des VA mit Erleichterung aufgenommen. „Auch wenn unsere Vorstellung nun nicht umgesetzt werden, so haben wir jetzt zumindest eine klare Entscheidung die absehbar ist und somit das Hin und Her endlich ein Ende. Und das etwas mit dem Bad passieren muss, ist auch klar.“ Kanning sagte außerdem, dass die Kosten für eine Sanierung des Gebäudes aus dem Jahr 1983, auch im energetischen Sinne, zwar auch im Millionenbereich liegen, aber immer noch günstiger seien als eine Entkernung und vollkommene Neugestaltung.
Für die BI war die Entscheidung des Verwaltungsausschusses indes ein überraschender Schritt. „Wir freuen uns über dieses Signal. Jetzt gilt es, dass Fachplaner sich der Sache annehmen und ein zukunftsfähiges Konzept für das Bad, die Gastronomie und den Saal entwickeln“, sagte Dietrich Gabbey von der BI
Lesen Sie auch zum Thema: Neue Hürde für Bürgerbegehren –Fristverlängerung nicht rechtskräftig
Kommentar von Sebastian Urbanczyk: Der Handlungsbedarf bleibt
Bundespräsident Steinmeier hatte es in einer Neujahrsansprache gefordert, dass sich die Menschen mehr in die Politik einmischen sollen, auch aktiv in Form von Bürgerbegehren. Ein solches Engagement kann erfolgreich sein. Die Bürgerinitiative aus Hooksiel hat sich für den Erhalt des Meerwasser-Hallenwellenbades eingesetzt und Recht bekommen. Nachdem nun am Montag der Verwaltungsausschuss sich für den Erhalt des Bades ausgesprochen hat, scheint die Abstimmung im Rat Ende September nur noch Formsache. Die Entscheidung über die Zukunft des Bades scheint geklärt. Und das ist gut so. Jetzt liegt das Heft des Handels nach einer langen Zeit des Stillstands bei der Wangerland Touristik. Und hier ist man gewillt, Änderungen am Bad vorzunehmen. Auch wenn es am Ende keine von Experten vorgeschlagene Indoor-Freizeithalle mit Trampolinen für alle Generationen geben wird.
Das Bad erhalten zu wollen, ist aber auch vor dem Hintergrund klammer Finanzen nach der Corona-Krise sinnvoll. Ein komplettes Umrüsten hätte mehr gekostet. Hier ist die Grundstruktur eines Bades vorhanden, das es jetzt gilt, sinnvoll zu erneuern. Denn ein „weiter so“ für ein Bad, das 1983 gebaut wurde, kann es – bei aller Liebe der Hooksieler zu ihrem Bad – nicht geben.
